Erstellt am 12. Januar 2017, 04:47

von Redaktion noen.at

Körperabbildungen in bunter Vielfalt. Spontan von Franz Part zusammengewürfelte Ausstellung mit Waldviertler Künstlern wurde im Kunstraum eröffnet.

Die Künstler Günther Gross, Peter Dworak, Martin Anibas, Paul Seidl, Georg Kuttelwascher und künstlerischer Leiter Franz Part.  |  Livia Regen

In künstlerisch-legerer Manier fand am 7. Jänner die Vernissage der „Winterausstellung“ im Ambiente des Kunstraumes statt, welcher sich in den historischen Gemäuern des Lindenhofs Oberndorf befindet.

Die von Kurator Franz Part spontan zusammengewürfelte Ausstellung mit hochkarätigen Waldviertler Künstlern erlaubte den Besuchern - anstelle eines geführten Rundganges - die Werke selbst zu bestaunen, zu interpretieren und mit anderen Kunstinteressierten zu besprechen.

In wenigen prägnanten Worten portraitierte Günther Gross, Gründer der Kunstfabrik, die ausstellenden Künstler, um es anschließend den Besuchern selbst zu überlassen, durch Gespräche mit den Ausstellern der Essenz ihrer Arbeiten näher zu kommen.

Breiter Spielraum für Interpretationen

Gelungen ist eine bunte Zusammenstellung von Werken, in verschiedenen Techniken und Materialien ausgeführt, welche den Anschein machen, Körper und Körperverformungen als unbeabsichtigt geteilte Thematik zu haben. Ob Johann Neumeisters Ei als Arbeit, die laut Franz Part „jeder Bildhauer einmal gemacht haben sollte“, Paul Seidls Bronze- und Marmorskulpturen, welche Kontraste und Balance in sich vereinen sollen, Martin Anibas‘ Aquarell-Tusche-Abstraktionen auf handgeschöpftem Papier, aus welchen Figuren kaum merklich wachsen, in Peter Dwořaks collageartigen Zusammenstellungen von Frauenkörpern in ausladenden Rundungen durch Mischtechniken kombiniert oder aber auch in Georg Kuttelwaschers farblich ausdrucksstarken, expressionistisch anmutenden Gemälden, die Gesichter in Verformungen, an Arnulf-Rainer erinnernde Grimassen und Gewalt implizierende Körper in Großformaten darstellen: Alle Werke scheinen die Abbildung von Körpern in ihrer Vielfalt gemein zu haben.

Obwohl man meinen könnte, dass die „Winterausstellung“ nicht hält, was ihr Titel verspricht - denke man an eine Winterausstellung mit Landschaftsaufnahmen – ist sie in ihrer Vielseitigkeit einen Besuch wert und lässt Besuchern breiten Spielraum für Interpretationen. Die „Winterausstellung“ kann noch bis 12. März nach Vereinbarung mit Franz Part (franzpart9@gmail.com oder 0676/9017441) besucht werden.