"Verrückte" bei Theaterpremiere. „Kleine Komödie Weikertschlag“ macht Auers Theaterstadl zur Irrenanstalt. Stück „Neurosige Zeiten“ überzeugt mit gut besetzten Rollen und Witz.

Von Michael Schwab. Erstellt am 10. Juli 2019 (13:57)

Dass einem seit letzem Wochenende in Weikertschlag Verrückte begegnen, hat einen Grund: Es gibt in der Ortschaft nämlich eine Psychiatrie.

Nein, keine echte, nur auf der Bühne in Auers Theaterstadl, wo das neue Stück „Neurosige Zeiten“ der Theatergruppe „Kleine Komödie Weikertschlag“ am Wochenende seine Premiere feierte.

Regisseurin Renate Neunteufl hat für ihre lustige Laienschauspieler-Truppe eine gute Vorlage ausgesucht. Alles dreht sich um die Frage, wie man in einer Irrenanstalt Besuch empfangen kann, ohne dass der Gast merkt, dass er in einer Irrenanstalt ist.

Die wegen ihrer Sexsucht in eine offene Wohngruppe eingelieferte Agnes Sachers, Tochter einer reichen Hoteldynastie, gespielt von Elisabeth Wimmer, steht vor dieser Herausforderung, denn ihre Mutter Adele Sachers (Christine Bauer) hat sich angekündigt. Keine leichte Aufgabe, hat doch jeder in der Wohngruppe eine Macke: Da wäre etwa der Sauberkeits- und Ordnungsfanatiker Hans (Christoph Zoder) , der bei jeder Gelegenheit wahlweise zu Putzzeug oder seinem Kamm greift.

Er muss plötzlich Agnes Lebensgefährten spielen. Oder die Stalkerin Marianne (Melanie Reischl), die es auf den Volksmusiksänger Harry Hammer (Manuel Gererstorfer) abgesehen hat, und nun die Haushälterin verkörpern muss, die ob ihrer Ungebildetheit die Nerven des noblen Besuchs strapaziert.

Eine besonders anstrengende Rolle hatte Roland Hauer als der menschenscheue, stotternde Willi – diese Rolle zwei Stunden lang durchzuhalten, verlangt einiges ab. Für jede Menge Lacher sorgte Nicole Reischl als manisch-depressive Künstlerin Desireé, die stets einen flotten Witz auf den Lippen hatte.

Komplettiert wird die Truppe von Franz Bauer als Beschäftigungstherapeut und Zeitungsreporter, Günther Warisch als Psychiater und Gabi Reischl als Tupperware-Vertreterin.

Das Stück ist noch am 12. und 13. Juli um 20 Uhr, sowie am 14. Juli um 18 Uhr, zu sehen.