Bezirk Waidhofen: Gemischte Bilanz in der Gastro. Seit über zwei Monaten läuft das Geschäft wieder. Manche Wirte zeigen sich zufrieden, manche eher weniger.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 28. Juli 2021 (08:31)
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Laut Michael Schandl, dem Wirt des Landgasthofs Streicher, sind die Gästezahlen auf dem Niveau des Vorjahres.
Sebastian Dangl, Sebastian Dangl

Knapp über zwei Monate ist die Gastronomie in Österreich wieder auf freiem Fuß. Nach den anfänglich harten Einschränkungen zum Start am 19. Mai wurden die Maßnahmen im Lauf der Wochen deutlich zurückgefahren. Die Wirte nutzen die Chance und versuchen, die Verluste wieder gutzumachen. Die NÖN hat nachgefragt, wie das unter den aktuellen Rahmenbedingungen läuft.

„Wir können uns nicht beschweren. Die Gästefrequenz ist gut“, berichtet Michael Schandl vom Landgasthof Streicher in Vestenötting. Das Niveau sei in etwa auf dem des Vorjahres. Der Fall der Maskenpflicht mit dem 1. Juli habe noch einmal einen Schub gebracht. „Jetzt kommen auch die Einheimischen wieder mehr ins Lokal, und generell ist das Fortgehen angenehmer geworden“, meint Schandl. Bei den heißen Temperaturen sei die Maske laut ihm auch nur schwer zumutbar.

Radfahrer lassen heuer etwas aus. Defizite gäbe es nur bei den Radfahrern, die heuer etwas auslassen würden. „Dafür bemerken wir aber auch einen Zuwachs an Urlaubern“, betont der Wirt. Veranstaltungen seien im Vergleich zum Vorjahr dünner gesät. „Die Leute sind noch zögerlich beim Reservieren. Größere Feiern sind nicht wirklich geplant“, sagt Schandl. Kleinere Hochzeiten würden bis September aber im Terminkalender stehen.

Bei der Kontrolle der 3G bleibt man streng, was laut Schandl nicht immer gut bei den Gästen ankommt. „Das ist aber nur ein kleiner Teil. Die meisten zeigen sofort freiwillig alles her.“ Die Gästeregistrierung verlaufe einwandfrei.

Unbehagen vor Maßnahmen zu Schulbeginn. Ganz ohne Unbehagen blickt Schandl dabei nicht in die Zukunft. „Ich bin sicher, dass schärfere Maßnahmen auf uns zukommen werden. Vielleicht nicht sofort, aber eventuell mit Schulbeginn“, meint er. Dass wirklich wieder komplett dicht gemacht wird, glaubt er aber nicht. „Das werden sie sich nicht mehr trauen. Aber selbst wenn es wieder so wie im Vorjahr kommt, sollten wir problemlos damit umgehen können.“ Der Straßenverkauf habe sich im Lockdown zu einem guten Stützpfeiler entwickelt.

Hotel Thaya: Einiges an Feiern über Sommer nachgeholt. Der Wind dreht also momentan gefühlt wieder. Angekündigte Lockerungen wurden aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante ausgesetzt. Für Franz Strohmer vom Hotel Thaya in Raabs ist gerade das sehr schade. „Ich hätte mich gefreut, wenn weitere Lockerungen gekommen wären. Es hilft aber nichts und wir werden jetzt weiterhin streng bleiben“, betont er. Veranstaltungen und Hochzeiten sollen da keine Ausnahme bleiben. Die Erfahrungen seien aber bisher positiv.

An Feiern wurde über den Sommer bereits einiges nachgeholt. So wurden laut Strohmer runde Geburtstage aus dem Vorjahr noch nachgefeiert. „Auch eine Hochzeit, die schon zweimal verschoben wurde, konnte endlich stattfinden“, erklärt der Hotelchef. Veranstaltungen mit rund 80 Personen seien momentan problemlos möglich.

Weniger Gäste im Lokal seit den Lockdowns. Dass der Lockdown Spuren hinterlassen hat, merke man dann aber doch bei den Gästezahlen. Dabei käme man mit den Hotelgästen noch gut zurecht. Hier gäbe es keinen Unterschied zu früher. „Im Restaurant ist die Gästefrequenz aber doch um einiges geringer“, schildert Strohmer. Vor allem in puncto Mittagsmenü müsse man einen größeren Rückgang an Gästen verkraften. „Wir hatten vielleicht doch um ein paar Monate zu lange zu. Büros und Firmen kommen nicht mehr so oft zu uns“, meint Strohmer.

„Müssen oft Leute abweisen, weil sie keine 3Gs nachweisen können.“ Für Oskar Buschek läuft das Geschäft im Marktplatz Cafe Kautzen & Gastern in Ordnung, aber doch verhalten. „Leider müssen wir relativ oft Leute abweisen, weil sie keine 3G nachweisen können“, berichtet er. Vor allem bei den Jungen herrsche für ihn das Problem, dass sich zu wenige testen oder impfen lassen.

Geschäft erst in einem Jahr normal. Solange die 3Gs noch bestehen, glaubt er auch nicht wirklich an eine Besserung. „Damit das Geschäft wieder auf normale Bahnen kommt, wird es vermutlich noch mindestens ein Jahr dauern“, sagt Buschek. Dass wieder massive Einschränkungen kommen, hält er für möglich. An einen erneuten Lockdown glaubt er aber nicht.

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