Ist Riss in Gemeindeamts-Fassade schwerer Mangel?. Karl Weinberger (SPÖ) hält Riss in Fassade für schweren Mangel. Bürgermeister Pollak: „Keine Maßnahmen nötig.“

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:59)

Per Dringlichkeitsantrag schlug der SPÖ-Gemeinderat Karl Weinberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung Alarm: Die erst vor wenigen Jahren sanierte Fassade des Gemeindeamts und des angeschlossenen Gemeindesaals weise schwere Mängel auf.

Im Bereich der Rampe, die zum Eingang führt, ist es laut Weinberger zu einer Setzung gekommen. „Das hatte zur Folge, dass ein deutlich sichtbarer Riss entstand. Nach meinen persönlichen Erfahrungen muss man von einem schweren Mangel ausgehen“, sagt der in der Baubranche arbeitende Weinberger.

Er forderte in seinem Antrag, die offensichtlichen Schäden an der Fassade durch einen unabhängigen Bausachverständigen prüfen und anschließend umgehend sanieren zu lassen. Die Abklärung sei aufgrund der noch ausstehenden Verschuldensfrage rasch notwendig – wobei Weinberger hier die ausführende Baufirma bzw. den Materiallieferanten in der Pflicht sieht, im Rahmen der Gewährleistung eine für die Gemeinde kostenlose Reparatur vorzunehmen.

ÖVP und FPÖ lehnten Antrag ab. Doch sein Antrag fand keine Zustimmung: ÖVP (11 Stimmen) und FPÖ (1 Stimme) waren dagegen, nur Weinberger selbst dafür. Seiner Meinung nach wollen ÖVP und FPÖ anscheinend nicht, dass der Mangel durch die Baufirma kostenlos saniert wird. Der Schaden werde aber durch Feuchtigkeitseintritt immer größer werden und letztendlich dem Steuerzahler, also den Gemeindebürgern zur Last fallen. „So etwas kann jeder Baufirma passieren, und die meisten Firmen lassen so ein Problem nicht auf sich sitzen“, versteht Weinberger die Ablehnung seines Antrags nicht. Bürgermeister Willibald Pollak (ÖVP) sieht hingegen keine Notwendigkeit, etwas zu unternehmen. „Das ist schon drei Jahre her, das ist so minimal, und es regnet auch nicht herein. Wir haben das schon mit der Baufirma besprochen, und man hat uns gesagt, dass es nichts bringt, das auszubessern, man macht es durchs Herumschmieren nicht besser“, begründet Pollak die Entscheidung, keine weiteren Maßnahmen zu setzen.

Bei den übrigen Beschlüssen der Sitzung – unter anderem dem Ankauf eines E-Autos für die Gemeinde und die Sanierung von Güterwegen um 18.000 bis 20.000 Euro war man sich hingegen wieder einig.