Pläne der drei Kandidaten. Die Spitzenkandidaten aus Karlstein und was sie für die nächsten fünf Jahre vorhaben.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 21. Januar 2020 (12:14)
Siegfried Walch will ÖVP-Bürgermeister bleiben, derzeit 13 Mandate. SPÖ-Kandidat Harald Böhm will dem Gemeinderat erhalten bleiben, vier Mandate. Gemeinderat Friedrich Rammer-Jirec tritt wieder für die FPÖ an, zwei Mandate. 
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Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich die Marktgemeinde seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Siegfried Walch, ÖVP: Punkte, die wir gemeinsam umgesetzt haben, sind der Umbau des Gemeindeamtes, die Verlegung der Volksschule ins Ortszentrum, der Neubau des Turnsaales, der Ankauf des ADEG-Marktes, die Schaffung von Bauplätzen an zwei Standorten, um jungen Familien die Möglichkeit zur Ansiedlung zu geben.

Harald Böhm, SPÖ: Karlstein hat sich positiv entwickelt. Gemeinsam konnte vieles umgesetzt werden, zum Beispiel die neue Arztpraxis, die neue Volksschule und der Erhalt des Nahversorgers. Nicht zu vergessen die Verlegung des Glasfasernetzes, der Kanalbau und die Schaffung neuer Bauplätze.

Friedrich Rammer-Jirec, FPÖ: Die letzten fünf Jahre stand Karlstein vor großen Herausforderungen. Wie wichtig unsere Kontrollfunktion innerhalb des Gemeinderates ist, zeigten die ersten drei Jahre. Vor allem in den letzen zwei Jahren konnten wir dann zusammen mit den anderen Parteien manches auf Schiene bringen.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre Handlungsbedarf?

Walch: Es warten wieder einige Aufgaben auf uns: Kanalbau in Wertenau und Eggersdorf, Sanierungsmaßnahmen in Karlstein, Bereitstellen von Bauplätzen und Wohnraum für jede Generation, Fertigstellung des Gemeinschaftshauses in Goschenreith, Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren und Vereine, Nachmittagsbetreuung für unsere Kleinsten, das Setzen von weiteren Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes.

Böhm: Es gibt einiges an Handlungsbedarf. Hier nenne ich zuerst das gastronomische Angebot. Weiters muss die alte Volksschule und der dazugehörige Turnsaal für die öffentliche Nutzung weiter zur Verfügung stehen. Es besteht Nachfrage nach einem öffentlichen Spielplatz. Karlstein muss und soll weiterhin lebenswert bleiben!

Rammer-Jirec: Da gibt es eine Menge: Öffnung der alten Volksschule für die Allgemeinheit, Vereine könnten dort ein Zuhause finden. Reduzierung von Hitzeinseln durch Baumpflanzungen (etwa bei neuem Parkplatz). Ein klares Konzept für mehr Transparenz und Bürgermitbestimmung. Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden in den Punkten: bessere Öffianbindungen, Verbesserung vor allem der fachärztlichen Versorgung der Region.

Warum soll man am 26. Jänner Ihnen die Stimme geben?

Walch: Wir stehen für ein gemeinsames, lösungsorientiertes und nachhaltiges Handeln für unsere Heimatgemeinde Karlstein.

Böhm: Wir kümmern uns um große wie kleine Sorgen. Mit Bürgern konnten wir etwa ein Fernheizwerk im Ortskern verhindern.

Rammer-Jirec: Wir konnten unsere Fachkompetenz und unseren Arbeitseifer unter Beweis stellen. Und es gibt in Karlstein noch viel zu tun.

Welches Wahlergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Walch: Den Zugewinn von Stimmen und eines Mandates.

Böhm: Wenn wir unsere vier Sitze im Gemeinderat halten können.

Rammer-Jirec: 2010: Start mit einem Mandat. 2020er-Ziel: drei Mandate.

Falls es am 27. Jänner keine Partei mit absoluter Mehrheit gibt: Welche Rolle soll Ihre Fraktion spielen?

Walch: Mein Team und ich werden auch in Zukunft mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien zusammen arbeiten. Wir hoffen auf ein positives Wahlergebnis für die ÖVP Karlstein.

Böhm: Ich schaue der Realität ins Auge. Die ÖVP wird die absolute Mehrheit halten. Wir wollen dennoch kreativ und aktiv mitarbeiten. Auch der Zweite kann sehr gute Ideen haben!

Rmmaer-Jirec: Diese Frage stellt sich nicht. Wir werden jedenfalls unsere kons-truktive Zusammenarbeit mit der ÖVP fortsetzen und werden dabei natürlich unsere Kontrollaufgaben nicht vernachlässigen.