Neue Lagerhalle für Betrieb in Groß Siegharts

Zimmerermeister Michael Knapp erweitert Betrieb mit Lagerhalle. Sohn steigt als Lehrling ein.

Erstellt am 15. April 2021 | 03:53
  Neue Lagerhalle  für Betrieb
 Auf der Baustelle: Margit, Julian und Michael Knapp.
Foto: Michael Schwab

2015 hatte sich der Zimmerermeister Michael Knapp mit einem eigenen Betrieb in Groß Siegharts selbstständig gemacht. Jetzt, sechs Jahre später und mit einer soliden Auftragslage im Hintergrund, steht eine Erweiterung des Betriebes an.

Erdarbeiten haben bereits begonnen. „Der Platz wurde einfach zu knapp, wir errichten jetzt eine Lagerhalle neben unserem bestehenden Betriebsgebäude, die in Zukunft auch als Produktionsstätte genutzt werden kann“, sagt Michael Knapp beim Baustellenrundgang. Die Erdarbeiten auf dem Grundstück, das an das bestehende Betriebgelände neben der Landesstraße L55 Richtung Schönfeld/Wild anschließt, haben bereits begonnen. „Diese Woche werden wir die Eisensäulen erhalten, dann kommen die Beton-Fertig elemente, und anschließend wird eine Holzkonstruktion aufgesetzt“, fasst Knapp die weiteren Schritte zusammen.

  Neue Lagerhalle  für Betrieb
Die neue Halle entsteht auf dem entlang der L55 Richtung Schönfeld/Wild verlaufenden Grundstück und grenzt direkt ans bestehende Betriebsgelände an.
Michael Schwab

Die neue Halle wird 510 Quadratmeter Innenfläche aufweisen, dazu kommen noch 80 Quadratmeter Freilager. Um künftig auch eine Nutzung für die Produktion zu ermöglichen, wird auf eine entsprechende Ausführung des Gebäudes, etwa mittels Dämmung der Wände geachtet, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Bis Jahresende sollen die Arbeiten großteils abgeschlossen sein.

Sohn steigt als Lehrling in Betrieb ein, soll später Nachfolge antreten. Rund 450.000 Euro investiert Knapp in die neue Halle. Die Firma ist bis auf einen Gesellen, mit dem Michael Knapp auf Baustellen arbeitet, ein reiner Familienbetrieb. Seine Frau kümmert sich um das Büro, und ab Sommer wird Knapps Sohn Julian als Lehrling mit auf die Baustellen fahren.

„Dass Julian in den Betrieb einsteigen und ihn später auch einmal übernehmen will, war für mich ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für die Erweiterung. Es würde ja wenig Sinn ergeben, etwas aufzubauen, wenn es längerfristig keine Zukunftsperspektive gibt“, betont Knapp. Seinem Sohn merkt man die Begeisterung für das Zimmerer-Handwerk schon deutlich an. „Ich habe schon im Kindergarten und in der Volksschule mit Holz zu arbeiten begonnen, das hat mir immer Spaß gemacht. Daher will ich das jetzt auch beruflich tun“, sagt Julian Knapp.

Für die Familie Knapp bedeutet die Baustelle im Betrieb bei der aktuell sehr guten Auftragslage natürlich eine erhebliche Mehrbelastung: „Wir arbeiten teilweise selber auf der Baustelle mit, aber das geht nur am Abend. Wir können ja nicht unsere normale Arbeit dafür liegen lassen“, stellt Michael Knapp klar.

Auftrags-Flut durch Corona, Rohstoffpreise steigen stark. Seine Firma hat sich auf Terrassenüberdachungen, Carports, Wohnhaus-Dachstühle, Hallenbau, Holzriegelbauten sowie den Innenbau und Zellulose-Dämmungen spezialisiert. In einer Zeit, in der Menschen wegen der Corona-Pandemie nicht auf Urlaub fahren können und daher Geld „übrig“ haben, bedeutet dies für Handwerksbetriebe vor allem eines – viel Arbeit. Knapp hat, wie viele seiner Kollegen, die Erfahrung gemacht, dass die Menschen jetzt vermehrt länger geplante, aber bisher auf die lange Bank geschobene Vorhaben umsetzen wollen.

Die Auswirkungen dieses Baubooms spüre man mittlerweile beim Einkauf der Rohstoffe deutlich: „Der Rohstoffmarkt spielt heuer verrückt, die Preise steigen, die Lieferzeiten verdoppeln und verdreifachen sich. Daher ist ein Lager jetzt wichtiger denn je“, erläutert Knapp, weshalb die Erweiterung seines Betriebes um eine Lagerhalle so dringend ist. „Eigentlich hätten wir das Lager schon im Vorjahr gut brauchen können“, fügt der Zimmerermeister hinzu.

Was er auch brauchen könnte, wäre personelle Unterstützung: „Wir hätten eigentlich einen Vorarbeiter gesucht, aber bisher wurden wir leider nicht fündig“, merkt Knapp an. Der Job wäre nach wie vor zu haben.