Premiere Tesla Model 3: Gasfuß braucht Übung. Future Driving erhielt erstes Tesla Model 3 im Waldviertel. Die NÖN brach mit Geschäftsführer Andreas Dangl zu einer Probefahrt auf – erste Eindrücke aus der Praxis.

Von Michael Schwab. Update am 28. Februar 2019 (12:02)
Schwab
Future Driving-Geschäftsführer Andreas Dangl mit dem ersten Tesla Model 3 im Waldviertel.

Er ist da – der erste Tesla Model 3 des Waldviertels. In der Vorwoche holte der Geschäftsführer von Future Driving, Andreas Dangl, die Mittelklasse-Elektrolimousine aus Salzburg ab.

Nach den beiden im Luxussegment angesiedelten Tesla Model S und Model X soll das Model 3 den Elektroantrieb in die Mittelklasse bringen, etwa als Konkurrenz zum 3er-BMW. Aufgrund von Anlaufschwierigkeiten der Produktion dauerte es länger als geplant, bis der Wagen letztendlich auch bei den Käufern – zuerst in den USA, und nun auch in Europa, ausgeliefert werden konnte.

„Wir erhielten das fünfte österreichische Fahrzeug, direkt von der ersten Schiffsladung.“ Andreas Dangl, Geschäftsführer Future Driving

„Jetzt ging es doch schneller, als wir erwartet hätten. Wir erhielten das fünfte österreichische Fahrzeug, direkt von der ersten Schiffsladung“, freut sich Dangl. Ein komplett neues Auto ohne Probesitzen, ohne Probefahrt nur anhand von Testberichten zu kaufen, war selbst für den Elektroauto-Experten und Pionier ein ungewöhnliches Unterfangen, zumal der Wagen in der gelieferten Variante mit Allradantrieb (je ein Motor an Vorder- und Hinterachse), Langstreckenbatterie und 346 PS doch 58.300 Euro kostet.

Die NÖN hatte am Montag Gelegenheit zu einer ersten Probefahrt mit dem Model 3. Gleich von Anfang an fasziniert die enorme, stets verfügbare Beschleunigungsleistung, ohne aufheulenden Motor, ohne Schaltunterbrechungen und ohne Turboloch. Etwas ungewohnt ist zu Beginn noch die Rekuperation, bei der die Elektromotoren als Generatoren arbeiten und dadurch das Fahrzeug abbremsen, und den erzeugten Strom zum Aufladen des Akkus nutzen. Sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, verzögert der Tesla je nach der am zentralen Touchscreen gewählten Einstellung mehr oder weniger stark – dies lässt sich mit dem Gasfuß mit etwas Übung gut regulieren, sodass man für normale Bremsungen kaum den Fuß aufs Bremspedal setzen muss.

"Tesla geht neue Wege"

Will man das Fahrzeug nur ausrollen lassen, muss man ein wenig auf dem Gaspedal bleiben und den richtigen Punkt finden – eine leider kleine und damit schlecht sichtbare Balkenanzeige zeigt an, ob man schon im Bremsbereich ist oder nicht. Der Blick auf den digitalen Tacho, der im oberen linken Eck des Bildschirms angebracht ist, erfordert auch ein wenig Umgewöhnung. Drückt man das Gaspedal an der Ortsausfahrt durch, ist die 100er-Marke wie im Flug erreicht, der Druck der Beschleunigung ist auf der Brust deutlich zu spüren.

Bei der Bedienung von Heizung, Lüftung und Klimaanlage geht Tesla neue Wege. Statt Drehreglern und Schaltern erledigt man alle Einstellungen auf dem Touchscreen, kann sogar die Luftverteilung fein per Fingergesten einstellen. Das Navigationssystem hat alle „Tesla-Supercharger“ (Schnellladestationen) hinterlegt. Zum Test gab Dangl Kopenhagen in Dänemark ein – und der Computer berechnete nicht nur die Route, sondern auch die nötigen Ladestopps inklusive der erforderlichen Ladezeit. 

Die Reichweite liegt laut Dangl zwischen 350 und 500 Kilometern (Winter-schnell oder Sommer-gleitend). Erste Praxiserfahrungen nach rund 1.000 Kilometern bestätigen das: „Als ich die 250 Kilometer von Salzburg nach Hause gefahren bin, hatte ich noch 40 Prozent im Akku“, erzählt Dangl.

Für ihn sind solche Langstreckenfahrzeuge vor allem für Leute am Land wichtig. Dangl sieht Tesla in einer Vorreiterrolle gegenüber etablierten Premium-Herstellern, die gerade erst ihre ersten Elektroautos auf den Markt bringen. Die Tesla-Fahrzeuge seien effizienter und kommen daher bei gleicher Akku-Kapazität weiter.

In Kürze wird „Future Driving“ ein weiteres Model 3 erhalten, das allerdings in Form einer Langzeitmiete an eine Firma gehen soll. „Sobald das günstigere Mid-Range-Modell mit Hinterradantrieb erhältlich ist, werden wir uns mit weiteren Fahrzeugen eindecken“, kündigt Dangl an, der mit seiner Firma 45 Elektrofahrzeuge in flexibler Langzeit-Miete vermietet.

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