Tofu aus dem Waldviertel. Isabel Kreuzwieser verarbeitet Sojabohnen aus eigenem Anbau zu Tofu in zwei Geschmacksrichtungen. Als nächstes Produkt plant sie einen Soja-Hummus.

Von Michael Schwab. Erstellt am 19. März 2021 (04:17)
Isabel Kreuzwieser mit ihrem Waldviertler Tofu, der sich gut für vegane Gerichte eignet.
Michael Schwab

Mit einer neuen Idee stieg Isabel Kreuzwieser in die Direktvermarktung ein: Sie stellt zusammen mit ihrem Freund Tofu aus Sojabohnen aus eigenem Anbau, gewürzt mit Sonnentor-Kräutern, her.

Vegane Schwestern als Anstoß. Auf die Idee kam sie durch ihre drei vegan lebenden Schwestern und ihren an Rheuma leidenden Vater, der den Fleischanteil in seiner Ernährung gesundheitsbedingt reduzieren musste. Mit Jahresanfang übernahm sie die elterliche Landwirtschaft. „Wir wollen aus der Tierhaltung aussteigen, und da Tofu-Produkte gerade im Trend sind, haben wir uns entschieden, in diese Richtung zu gehen“, erklärt Kreuzwieser.

Ein Vorteil dieser Vorgehensweise sei auch, dass die Wertschöpfung vom Anbau bis zum fertigen Produkt in der eigenen Hand bleibe. Mit ihrem Waldviertler Tofu habe sie eine Nische entdeckt – einen Tofu, der aus Sojabohnen klarer Herkunft hergestellt wird und nicht etwa aus Soja, für dessen Anbau Regenwald gerodet wurde.

„Zu den Sojabohnen aus unserem eigenen Anbau kommen Wasser und ein Gerinnungsmittel sowie zwei Gewürzmischungen hinzu – Kräuter mediterran oder Grillgewürz“, fasst Kreuzwieser die Zutaten, die allesamt aus der Region stammen, zusammen.

40 Stunden Job, Landwirtschaft und Tofu. Zu Beginn des Tofu-Projekts arbeitete sie Vollzeit bei der Firma APV (Bezirk Horn). „Das war stressig, 40 Stunden Arbeit plus Landwirtschaft plus Tofu-Herstellung“, so erzählt Kreuzwieser. Der dreineinhalb bis vier Stunden dauernde Kochprozess musste da in die wenigen Stunden freie Zeit gelegt werden. Daher reduzierten sie und ihr Freund ihre Arbeitszeit auf 20 Stunden, um Landwirtschaft und Tofu-Herstellung besser unter einen Hut zu bringen.

Neben dem Ab-Hof-Verkauf begann Kreuzwieser auch, ihren Tofu in der „Genusshittn“ in Aigen anzubieten – mit Erfolg. Daher kommt nun auch die „Genussbox“ in Waidhofen als weiterer Anbieter hinzu.

Neues Projekt. Und weil sich die 27 Jahre junge Landwirtin nicht auf ihrem ersten Erfolgsprodukt ausruhen will, tüftelt sie bereits am nächsten Projekt – einem Soja-Hummus, der in etwa zwei Monaten marktreif sein soll.