Altwaidhofen ist vor Hochwasser geschützt. Etwa zehn Jahre dauerte es von der ersten Machbarkeitsstudie bis zum Projektabschluss: Mit der offiziellen Fertigstellung des Hochwasserschutzes für Altwaidhofen fand am Mittwoch eines der wichtigsten und größten Vorhaben der Stadt Waidhofen in den letzten Jahren seinen Abschluss.

Von Michael Schwab. Erstellt am 28. November 2019 (08:19)
Bei der offiziellen Eröffnung des Hochwasserschutzes für Altwaidhofen: Nationalratsabgeordneter und Stadtrat Martin Litschauer, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Johannes Tüchler, Bundesratsabgeordneter Eduard Köck, Bürgermeister Robert Altschach, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Wasserbau-Abteilungsleiter Norbert Knopf, Stadtrat Franz Pfabigan, Landesrat und Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl, Stadtrat Alfred Sturm, Stadtamtsdirektor Rudolf Polt und Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger.
Michael Schwab

Der Schutz basiert auf zwei Rückhaltebecken – eines mit 75.000 m3 Fassungsvermögen am Kaltenbach und ein weiteres mit 4.600 m3 bei der „Sandgrube“. Beide Becken sind auf ein statistisch alle 100 Jahre auftretendes Hochwasserereignis (HQ 100) ausgelegt. In Zahlen bedeutet dies, dass beim Kaltenbach-Becken pro Sekunde 25 Kubikmeter Wasser einströmen, die zurückgehalten werden und mit einer Rate von 2,8 Kubikmetern pro Sekunden kontrolliert an den Kaltenbach abgegeben werden.

Straßendamm wurde mitgenutzt

Peter Klein von der Plaiungsfirma IUP hob als Besonderheit hervor, dass bei diesem Becken, das sich südwestlich der ehemaligen Deponie befindet, ein bestehender Straßendamm durch Verstärkung mit zusätzlichem Material genutzt werden konnte, und kein eigenen Damm für das Becken erforderlich war.

Beim „Sandgrubenbecken“ sind es zehn Kubikmeter pro Sekunde, die auf 0,3 Kubikmeter pro Sekunde gedrosselt werden, um das Abflussgerinne nicht zu überlasten.

Zur Eröffnung wurde symbolisch ein Band durchgeschnitten.
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Knapp 1,78 Millionen Euro kostete die Umsetzung, wobei das Vorhaben mit rund 40 Prozent vom Land NÖ und 50 Prozent vom Bund gefördert wird, sodass ein Gemeindeanteil von rund zehn Prozent bleibt.

„Einige Leute fragten sich, ob die 1,7 Millionen Euro gerechtfertigt sind. Ich halte mich da an einen alten Werbespruch: Man muss schauen, dass man etwas hat, wenn man es braucht“, sagte Bürgemeister Robert Altschach bei der Eröffnung. 

Kreuz für den Hochwasserschutz

Als Altwaidhofner war ihm der Schutz seiner Heimat-Katastralgemeinde ein großes Anliegen: „Wir können uns alle noch an die verheerenden Hochwasserereignisse 2002 und 2006 erinnern.“ Gerade die Sandgrubensiedlung werde durch den Hochwasserschutz und die Radwegbrücke massiv aufgewertet: „Das sieht man auch an der regen Bautätigkeit“, betonte Altschach.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf pflichtete ihm bei: „Es gibt nichts Schlimmeres, als nachts nicht ruhig schlafen zu können, weil man nicht weiß, ob man morgen das Hochwasser im Haus hat.“ 

Stadtrat Alfred Sturm, der für die Umsetzung verantwortlich war, bezeichnete den Tag als „Freudentag für die Bevölkerung und die Stadtgemeinde Waidhofen.“ Er hatte ein Kreuz anfertigen lassen, das wie schon beim Waidhofner Hochwasserschutz angebracht werden soll, um auch Gottes Segen für das Bauwerk zu haben. Stadtpfarrer Dechant Josef Rennhofer und die evangelische Pfarrerin Dace Dislere – Musta nahmen gemeinsam die Segnung vor.