Hundesportler demonstrierten vor „Goldenem Hirschen" . „Wir haben die Schnauze voll! Nein zu Beißkorb und Leine! Hunde sind keine Feinde!“ An die 30 Hundebesitzer gingen am Sonntagvormittag gegen das neue niederösterreichische Hundegesetz auf die Straße.

Von Michael Schwab. Erstellt am 17. November 2019 (18:09)

Der Ort der Demonstration: der Parkplatz gegenüber dem Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“ in Waidhofen, das von der Frau von Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) betrieben wird. Organisiert von der Dietmannser Tierärztin Silke Mlejnek und Hundetrainer Gernot Blieberger vom Hundesportverein SVÖ Groß Siegharts waren auch Mitglieder umliegender Hundesportvereine aus Schrems und Allentsteig gekommen.

Auch Johannes Jungmann aus Heidenreichstein, der früher sechs Jahre lang bei der Heidenreichsteiner Staffel der Österreichischen Rettungshundebrigade im Einsatz war mit seinem Hund nach Waidhofen gekommen. Die Hundesportler zeigten am Beispiel ihrer eigenen Hunde, dass es sehr wohl möglich ist, Hunde ohne Maulkorb unter Menschen zu lassen – wenn Hund und Herrl entsprechend ausgebildet sind.

Ausbildung statt Maulkorbzwang

Die zentrale Forderung lautete daher auch „Ausbildung statt Maulkorbzwang“. „Ideal wäre es, die Begleithundeprüfung zu absolvieren. Das wird man aber kaum verpflichtend vorschreiben können, da es auch ältere Leute gibt, die einen Hund haben oder haben wollen. Es wäre aber eine Überlegung wert, ob man nicht zumindest den Besuch von einem oder zwei Hundekursen vorschreiben könnte, damit die Halter wenigstens die Grundlagen lernen“, erläuterte Silke Mlejnek.

Gernot Blieberger stellte klar, dass es keineswegs darum gehe, überall seinen Hund ohne Beißkorb herumlaufen zu lassen: „Wenn ich in Wien bin und mit der U-Bahn fahre, trägt mein Hund einen Beißkorb. Es geht darum, als vernünftiger Hundehalter entscheiden zu können, wann ein Beißkorb sinnvoll ist. Jeder vernünftig denkende Halter weiß das.“

Die Hundesportler sprachen sich auch vehement gegen das ständige Tragen von Hunden als Möglichkeit, den Maulkorbzwang zu umgehen, aus. Dies sei nicht artgerecht, führe zu unnatürlichem Verhalten und widerspreche dem Tierschutz.

Alles Punkte, gegen die sich auch die Dietmannser UNAB-Gemeinderätin Barbara Stohl mit ihrer Online-Petition (die NÖN berichtete im Vorfeld der Demonstration) stellt. Sie schloss sich der Demo an und machte auf die Petition aufmerksam.

Bürgermeister Robert Altschach will keine Hundeverbotszonen

Unterstützung für ihre Anliegen erhielten die Hundesportler von Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP). „Ich sehe das Gesetz als zu streng, es gibt noch viel Aufklärungsbedarf von Seiten Waldhäusls. Man kann nicht einfach sagen, die Leute sollen das Gesetz richtig lesen“, meinte Altschach, der selber auch einen Hund besitz. Hundefreien Zonen, wie sie durch das Gesetz ermöglicht werden, erteilt er eine Absage: „Ich wüsste in Waidhofen keinen Bereich, wo wir eine solche Zonen einrichten müssten.“

Waldhäusl ließ sich nicht blicken

Gerne hätten die Demonstranten auch mit Gottfried Waldhäusl gesprochen, doch dieser ließ sich nicht außerhalb des Gasthauses, wo er laut Schild am Eingang Schweinsbraten kochte, nicht blicken. „Ich finde es nicht richtig, dass ein Tierschutzbeauftragter lieber Schweinsbraten kocht, als mit uns zu reden. Dann sollte er leiber Koch werden. Der richtige Weg ist das nicht“, sagte Barbara Stohl dazu.

Zuschauer gab es kaum, doch immerhin interessierte Blicke aus vorbeifahrenden Autos – und auch einmal „Daumen hoch“ für die Aktion.