Ärztehaus kostet um 197.000 Euro mehr. Ein weiteres Mal wird ein Darlehen aufgenommen, diesmal 197.000 Euro. Arzt wird beim Umbau im PBZ praktizieren.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:41)
NÖN Archiv
Dass der Umbau doch so umfangreich ausfallen wird, damit haben Vizebürgermeister Franz Fischer und Bürgermeister Rudolf Mayer nicht gerechnet.

Die Stadtgemeinde saniert gerade umfassend das Ärztehaus, das in den 1980er Jahren errichtet wurde. Ihr liegt nun eine Zwischenabrechnung vor: „Leider gibt es vor allem im Bereich der Baumeisterarbeiten größere Überschreitungen der Baukosten“, berichtet Bürgermeister Rudolf Mayer. „Dafür haben andere Gewerke günstiger oder genau nach Plan gearbeitet.“ Trotzdem: Die Stadtgemeinde muss Mehrkosten einkalkulieren. Das ist mittlerweile die zweite Kostenerhöhung.

Die Auftragsvergabe umfasste im September 2018 eine Höhe von 900.000 Euro: Das wird mit zwei Darlehen von der Raiffeisenbank Thayatal-Mitte gedeckt. Das Hauptaugenmerk lag bei der Zahnarzt-Ordination. „Das war wegen des plötzlichen Todesfalls des Arztes notwendig“, berichtet Mayer. Zahnärztin Marlen la Garde praktiziert seit Jänner dort und hat selbst Investitionen getätigt.

237.000 Euro Zuschuss beschloss dann der Gemeinderat im Dezember unter anderem für eine Stützmauer, die hinter dem Gebäude den Hang absichern und das Eindringen von Wasser verhindern soll. Das sei laut Mayer bei der ursprünglichen Planung nicht vorherzusehen gewesen. 197.000 Euro fließen jetzt in die Ordination von Kiril Kirilov, der seit April als Allgemeinmediziner in Raabs tätig ist. „Wir haben nicht damit gerecht, dass es so intensiv sein wird“, führt der Bürgermeister aus.

"Investition soll an die heutige Zeit angepasst sein"

Eine tragende Mauer müsse verändert werden, Umbauten im Sanitär- und Installationsbereich (wie Rohrtausch) sind erforderlich, ein Wasserschaden sei aufgetreten. „Der Arzt hat selbst den ein oder anderen Wunsch geäußert“, investiert Kirilov auch selbst. Die Überschreitung der Baukosten umfasst 60.000 Euro, damit einhergeht das gestiegene Architekten-Honorar von 12.000 Euro. „Die Investition soll an die heutige Zeit angepasst sein, aber natürlich hinterfragt das Land NÖ bei einer Sanierungsgemeinde wie bei uns mehr.“ Eine Absprache sei aber getroffen worden. Der Gemeinderat habe ebenso zugestimmt.

„Natürlich ist es ärgerlich, wenn mehr Geld in ein Projekt investiert werden muss, als es ursprünglich geplant war. Aber jeder, der ein Haus saniert hat, weiß, dass es da oft Überraschungen gibt und es ‚Unverhofft kommt oft‘ heißt“, trägt FPÖ-Gemeinderat Andreas Witzmann das Projekt mit. „Die Ärzte sind enorm wichtig für Raabs.“ Mayer schließt derzeit nicht aus, ob noch weitere Kosten nach Endabrechnung gedeckt werden müssen. Letztlich sollen die Kosten mit Mieteinnahmen gedeckt werden.

Übrigens: Im letzten Prüfbericht der Aufsichtsbehörde aus dem April gab es keine Beanstandungen: Im Augenschein steht stets, ob das Sanierungskonzept aus dem Jahr 2011 eingehalten wird.

Für den Umbau der Kirilov-Ordination wird ein Umzug in das Pflege- und Betreuungszentrums nötig sein. „Wir werden versuchen, alles so normal weiterzuführen, wie es nur geht“, erklärt Kirilov. Der letzte Tag in der alten Praxis ist am 24. Juni, dann erfolgt der Umzug. Der voraussichtlich zweimonatige Betrieb im PBZ soll am 1. Juli losgehen.