Für ORF-Serie „Walking on Sunshine“ bei Thaya gedreht. Fiktive Wetterredaktion rückt im Staffelfinale in den Kollmitzgraben und nach Raabs aus. Wie die Dreharbeiten erlebt wurden.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:51)

„Ton ab!“, ist zu hören. Sonst ist es still vor der Haidlmühle an der Thaya, alle konzentrieren sich auf ihre eigene Aufgabe. Mehrere Feuerwehr-Autos mit Blaulicht sind zu sehen, dann emsige Feuerwehrleute: Ein Mann stützt eine Frau, bringt sie aus der Gefahrenzone. Das ist eine der Szenen, die in der vorigen Woche im Kollmitzgraben, später am Raabser Hauptplatz, gedreht wurden: Die letzte Klappe von „Walking on Sunshine“ ist erst am Montag gefallen.

Hermann Wistrcil, Bürgermeister und Feuerwehrmann, war dabei – und es ist nicht seine erste Erfahrung mit einem Filmteam. „Ich kann mich noch sehr gut auf den damals als junger Hauptschüler erlebten Auftritt bei der Alpensaga erinnern.“ Wistrcil hat die Kaiserhymne singen dürfen und ist extra nach Oberösterreich zu Dreharbeiten gefahren. „Ich habe Qualtinger persönlich kennengelernt: Er hat bei den Dreharbeiten mit uns geschnapst. ‚Buam‘, hat er gesagt, ,Schnapsen müsst’s lernen, das gehört zum Leben dazu!‘“

Die Karten hat keiner der Schauspieler von „Walking on Sunshine“ gezückt, eines ist aber geblieben: „Ich habe mich damals schon gewundert, welchen Aufwand man für ein paar Filmminuten braucht“, erzählt Wistrcil. „Das hat sich jetzt wieder bestätigt. Nichts ist dem Zufall überlassen worden, alle waren total professionell.“

Kollmitzgraben wird zum Dobnitztal.
Wistrcil, Wistrcil

„Walking on Sunshine“ ist eine ORF-Dramedy, produziert von der DOR Film GmbH. Die Höhen und Tiefen der Wetterredaktion werden in der dritten Staffel heftiger. Robert Palfrader spielt den Wetter-Anchorman: „Ich hatte diesmal einen Monolog über mehrere A4-Seiten, da musste sogar ich Text lernen“, witzelt er. Proschat Madani, Harald Windisch und Ferdinand Seebacher waren im Waldviertel vor Ort, das in der Serie dann zu Kärnten und zum „Dobnitztal“ wird. „Alle Bedingungen haben hier gepasst“, erklärt Sophie Heitzeneder (DOR Film), warum gerade dieser Fleck gewählt wurde. Die Mühle, die Wiese, der Kollmitzgraben, die Ruine, die Thaya: „Das hat uns alle Sets geliefert, die wir gebraucht haben.“ Und zwar gleich für die Finalfolge der Staffel, die Anfang 2022 ausgestrahlt werden soll.

Die Produktionsfirma hat nach dem ersten Lockdown im März 2020 ihre Arbeit wieder aufnehmen können, die strengen Sicherheitskriterien gelten für alle: Zweimal in der Woche müssen PCR-Tests durchgeführt werden. „Es darf auch kein Mensch am Drehort sein, der nicht getestet worden ist.“

„Wir sind froh, dass wir drehen dürfen“

„Normal ist gar nichts in der heutigen Zeit“, lächelt Heitzeneder. „Aber wir sind froh, dass wir drehen dürfen.“ Sie lobt dezidiert die Kooperation mit der Feuerwehr und den Menschen vor Ort. Einer der Mithelfenden war Bauhof-Leiter Mario Braunsteiner: „Ich habe die Vorarbeit und die Nacharbeit erledigt“, sagt er lachend. Verkehrsschilder mussten aufgestellt werden, damit der Raabser Hauptplatz ganz dem Filmteam gegehört.

Wistrcil ist sehr angetan davon, dass seine Heimat einer Kulisse dienlich ist. Er hofft mit Bürgermeister Rudolf Mayer (Raabs), dass die Bekanntheit der Region gesteigert werden kann. „Die Filmgesellschaft würde nicht zu uns kommen, wenn es landschaftlich und gastfreundlich nicht passen würde“, erklärt Mayer. Der Tourismus könne im Endeffekt Nutzen daraus ziehen: „Das ist für alle Beteiligten nur positiv.“