Raabs ist gegen Hochwasser gewappnet. Es war eine Jahrhundertkatastrophe: Als in der der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2006 der Thayapegel innerhalb kürzester Zeit durch extreme Regenmengen stark anstieg, wurde der Raabser Hauptplatz einen Meter tief unter Wasser gesetzt.

Von Michael Schwab. Erstellt am 16. Mai 2019 (11:27)
Michael Schwab
Raabs ist vor einem hundertjährigen Hochwasser geschützt: Abschnittsfeuerwehrkommandant Kurt Liball, Bürgermeister Rudolf Mayer, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Dykmühlen-Geschäftsführerin Lisa Dyk, Vizebürgermeister Franz Fischer, Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger und Bundesratsabgeordneter Eduard Köck.

Über 60 Gebäude und diverse Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt, der Gesamtschaden belief sich auf rund zehn Millionen Euro. Dem gegenüber seien die 3,2 Millionen Euro für den Raabser Hochwasserschutz, der am Dienstag offiziell eröffnet wurde, ein „Klax“, meinte Bürgermeister Rudolf Mayer.

Für die Umsetzung des Schutzes stellten das Land NÖ und der Bund je 1,28 Millionen Euro sowie die Stadtgemeinde Raabs 624.000 Euro zur Verfügung. Eine erste Planung wurde verworfen, weil nicht nur die Stadt vor Hochwasser geschützt werden sollte, sondern die Schutzmaßnahmen auch ortsbildverträglich sein sollten. Dass die Dykmühle ein neues Wasserkraftwerk errichten wollten, erwies sich in diesem Zusammenhang als glückliche Fügung.

Denn die neu zu errichtende Klappwehranlage wurde als Herzstück in den Hochwasserschutz mit einbezogen. „Durch die Wehranlage erreichen wir eine Absenkung des Wasserspiegels von zumindest 50 Zentimetern, sodass die Mauern am Ufer niedriger ausfallen können“, erklärte Peter Klein vom Planungsbüro Ingenieurgemeinschaft Umweltprojekte.
Der Hochwasserschutz besteht damit aus drei Elementen: Wehr, Mauern und mobilen Elementen, mit denen die Zugängen von einzelnen Objekten zur Thaya verriegelt werden können. Das Aufstellen dieser mobilen Elemente wurde bereits in einer Übung zusammen mit Feuerwehr, Gemeinde und Anrainern geübt (die NÖN berichtete).

„Ich hoffe, dass wir den Hochwasserschutz nie brauchen, aber wenn das Hochwasser kommt, ist Raabs gewappnet“, betonte Klein.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, der das Projekt vom Spatenstich 2014 bis zur Eröffnung begleitete, pflichtete Klein bei. „Heute können wir uns freuen, das wir eine sichereres Raabs haben.“ Wobei: „Einen hunderprozentigen Schutz gibt es nicht“, schränkte Pernkopf ein. Ausgelegt ist der Raabser Hochwasserschutz auf ein 100-jähriges Hochwasserereignis.