Katharina Tschakert: „Musizieren war immer wichtig“. Für Gesangslehrerin Katharina Tschakert aus Raabs waren und sind Musik und Musizieren immer ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Von Alina Kalaschek. Erstellt am 21. Januar 2021 (03:06)
Katharina Tschakert wirkte bei spannenden Produktionen mit.
Shirley Suarez

„Also, ich würde sagen, die Musik und das Musizieren waren für mich immer ein wichtiger Teil meines Lebens, schon in meiner Kindheit und Jugend“, sagt Katharina Tschakert, die in der Musikschule Thayatal in Oberndorf bei Raabs den Gesangsunterricht abhält.

Die Sängerin als Ännchen im „Freischütz“, eine Rolle, die sie besonders liebt.
D. Kappenberg

Musik war als Beruf nicht geplant. Dass sie Musik zu ihrem Beruf gemacht hat, war allerdings nicht geplant. Es hat sich eher durch verschiedene Ereignisse und Personen im Laufe ihrer Ausbildung ergeben. Sie hatte einen ihrer Meinung nach wunderbaren Gesangsunterricht bei Susanne Moldaschl.

Dort war das Singen nie an einen Leistungsgedanken geknüpft – trotzdem wurde die Entwicklung der Stimme gefördert. Gerade weil es ein so angenehmer Unterricht war, hat die Sängerin das Singen immer als Hobby betrachtet und es nicht mit dem Gedanken an einen Brotberuf oder eine Karriere in Verbindung gebracht. Dass sie dann nicht, wie ursprünglich überlegt, „nur“ ein Sprachstudium an der Universität Wien begonnen hatte, sondern zugleich auch einen Vorbereitungslehrgang für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst, hat sie ihrer Familie zu verdanken, die sie ermutigt hat mit ihrer Stimme neue Wege zu gehen.

Durfte im Chor bei Friedensnobelpreisverleihung singen. Außerdem war der Weltjugendchor ein großer Motivator, für den sie auf Empfehlung von Ursula Preis vorgesungen hat. Sie hat daraufhin nämlich mit dem Chor auf einer Sommertournee in Italien, ein Jahr später in Südafrika und im Rahmen einer Wintertournee in Norwegen sogar bei der Friedensnobelpreisverleihung singen dürfen. Die dort geschlossenen Bekanntschaften und Freundschaften mit anderen Sängerinnen und Sängern haben sie in ihrer Entscheidung bestärkt.

Zweifelt manchmal an Berufswahl. Auf die Frage, ob sie trotzdem jemals an ihrer Berufsentscheidungs zweifelte, vor allem im letzten Jahr, in dem der Unterricht an Musikschulen aufgrund der Corona-Pandemie wie so vieles nicht stattfinden durfte, antwortete sie mit Ja. An der Universität für Musik und darstellende Kunst hatte sie mehrere Phasen, wo sie an ihrer Berufsentscheidung gezweifelt hatte. Eine Karriere als Sängerin oder Sänger sei auch ohne Corona nicht leicht, es bräuchte viel Willenskraft und Selbstvertrauen, um sich immer und immer wieder neu zu beweisen, entgegnete die junge Frau.

Inspiration war Singen mit Kindern im Chor. Den richtigen Weg habe sie gefunden, als sie schließlich auch die Ausbildung zur Gesangspädagogin begonnen hatte. Die Inspiration dazu war für sie eigentlich das Singen mit Kindern im Chor, sicherlich bedingt durch jahrelange schöne Erfahrungen in verschiedenen Schulchören und im Chor von Manuela Gegenbauer. „Durch dieses Studium habe ich nochmals einen anderen Zugang zur Stimme bekommen, was mir sehr gutgetan und mir letztendlich ermöglicht hat, sowohl selbst auf professionellem Niveau zu singen als auch die Freude am Singen an andere weiterzugeben.“, so Tschakert.

Bei beeindruckenden Produktionen mitgewirkt. Sie hat als Sängerin zahlreiche beeindruckende Errungenschaften in Petto. Einige Produktionen, die sie besonders geliebt hat, sind die Universitätsproduktionen „Die Hochzeit des Figaro“, in der sie als Susanna, und „Der Freischütz“ in dem sie als Ännchen zu bewundern war. Ebenso liegen ihr die Produktionen mit der Neuen Oper Wien „Baal“ und „Biedermann und die Brandstifter“, „Wiener Blut“, die Papagena in Gars am Kamp und natürlich Liederabende mit ihrem Partner am Klavier und im Leben, Christoph Eberhardt, am Herzen.

Während Coronajahr in Karenz gewesen. Das „Coronajahr“ 2020 hat sie jedoch nicht so stark gespürt wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, weil das gerade ihr Karenzjahr war und sie sowieso nicht allzu viel geplant hatte. Sie beteuert dennoch, dass es ihr auch um die wenigen Auftritte leid tue, darunter in einer tollen Kinderoper im Rahmen der Jeunesse, die aber voraussichtlich 2021 wieder ins Programm genommen wird. Privat ist sie also jetzt Mama eines einjährigen Sohnes, und sie freut sich schon sehr darauf, wieder an der Musikschule Thayatal unterrichten zu dürfen, selbst wenn dieser aktuell online stattfinden muss.