Kirchen-Erneuerung: Nach Heizung folgt der Rest

Die komplette Erneuerung wird im Inneren der Pfarrkirche Raabs angepackt. Eine neue Bankheizung ist schon in Betrieb.

Erstellt am 25. November 2021 | 05:36
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Erste Beratungen, die Innenrenovierung betreffend, mit (v.l.): Restauratorin Barbara Kaufmann, Albert Reiß, Hermann Fuchsberger vom Bundesdenkmalamt, Margit Muhr, Elfriede Kernstock, Kathrin Olbort vom Bundesdenkmalamt, Pfarrer Kazimierz Tyrka und Wolfgang Muhr.
Foto: privat

Lang gehegte Forderung, jetzt ist sie erfüllt: die neue Heizung für die Kirche. Dieses Bestreben wollte die Pfarre eigentlich gleich mit einer Innenrenovierung koppeln. Das klappte nicht. Zumindest die Bankheizung und die beheizten Matten für das Presbyterium sind jetzt in Betrieb genommen worden.

Ersetzt wurde das Gebläse, das vor den Bankreihen die Wärme aus dem Boden ins Gotteshaus katapultierte. Die Kirche ließ sich damit nur schwer heizen, außerdem sind der Pfarre die Kosten für die Fernwärme zu viel geworden. Eine EVN-Leitung wurde daher zur Kirche verlegt. Der Weg bis zur Umsetzung war aber lang.

Die Mitarbeiter haben sich so sehr beeilt, dass alles noch vor einer Hochzeit fertig war.“ Pfarrer Kazimierz Tyrka

Schon bei der Außenrenovierung der Pfarrkriche 2017 hat man die Erneuerung im Inneren mitsamt der Heizung ins Auge gefasst. Das hat sich bis 2021 gezogen: Elfriede Kernstock, Vorsitzende-Stellvertreterin im Pfarrgemeinderat, hat bei der Diözese mehrmals darauf hingewiesen, dass der bestehende Vertrag im Juni ausläuft. „Erst der Rechtsbeauftragte der Erzdiözese hat sich damit wirklich intensiv beschäftigt“, schildert sie.

Und: „Gemeinderat Herbert Österreicher ist uns wirklich entgegengekommen.“ Er habe sich geduldig erwiesen, bis die Pfarre den neuen Vertrag in der Tasche hatte, und er habe sich einverstanden erklärt, dass die Kirche trotz Auslaufens des Vertrages bei Bedarf weiter mit der Fernwärme-Leitung beheizt werden kann, bis alles andere auf Schiene ist. „Das ist nicht selbstverständlich. Er hätte auch sagen können: Der alte Vertrag läuft weiter“, erklärt Kernstock.

Zitterpartie, aber ein gutes Zusammenspiel

Sie hebt außerdem das gute Zusammenspiel mit den Betrieben – Steinmetz Mahringer und Elektrotechnik Klinger – hervor. Die Tischlerei Hofstätter hat die hölzerne Verblendung an den Sitzbänken angebracht, damit die elektrischen Leitungen nicht zu sehen sind. „Die Mitarbeiter haben sich so sehr beeilt, dass alles noch vor einer Hochzeit fertig war“, war Pfarrer Kazimierz Tyrka sehr froh darüber, auch, dass noch vor der Kälte eine Lösung auf den Tisch kam. „Das war wirklich eine Zitterpartie.“

Hermann Fuchsberger vom Bundesdenkmalamt übernahm zudem die Bauleitung, Mesner Albert Reiß war immer bei den Arbeitern vor Ort. Die Kosten für die neue Heizung zahlt die Pfarre zu 90 Prozent, der Rest wird über eine Landesförderung finanziert.

Jetzt steht die Innenrenovierung bevor: Restauratorin Barbara Kaufmann begutachtete schon das Mauerwerk – und trug auf einer Stelle der Kirche drei Wandfarben auf. Seitdem fragt der Pfarrer jeden, welcher Farbton denn am besten in den Kircheninnenraum passt. Er hat schon einen leisen Schimmer, wer das Rennen machen wird.

Das Gerüst soll schon im Frühjahr aufgebaut werden, die Messen werden während der Bauphasen in der Allerheiligenkirche abgehalten.

Die Planungen laufen also. „Jetzt müssen wir uns um die Finanzierung umschauen“, spricht Kernstock noch einen wichtigen Punkt an. Ihr Engagement weiß Pfarrer Kazimierz Tyrka zu schätzen: Kernstock wende viel Zeit und Ressourcen auf, um die Renovierung auf Schiene zu bringen.

„Das ist eine gewaltige Sache“, betont er. Der Pfarrer beobachte gerade jetzt mitten in der Corona-Pandemie, „dass sich die Menschen abkapseln“, auch aus den Vereinen. „Als Pfarrer bin ich sehr dankbar für jeden Menschen, der sich engagiert, und an Gott und die Zukunft glaubt.“