Konzert als spannende Musikreise mit Kino. Daniel und Stefan Gottfried nahmen das Publikum mit auf eine spannende musikalische Reise inklusive Kinoerlebnis.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:26)
Die Brüder Stefan (Saxophon) und Daniel Gottfried (Orgel) steckten viel Herzblut in ihre eigenen Arrangements.
Julia Fröhlich

Als akustisch hervorragender Kinosaal entpuppte sich die Stadtpfarrkirche Raabs, wo der vorerst letzte „kulturelle Leckerbissen“ in dieser Größenordnung am 24. Oktober über die Bühne ging. Das Geschwisterduo bestehend aus Daniel und Stefan Gottfried präsentierte ihr musikalisches Meisterwerk „Mit Debussy und Ravel ins Kino“.

Dabei bedienten sie sich aller Facetten der spannenden Kombination aus Orgel und Jazz-Saxophon, zeigten auf, wie sich verschiedene musikalische Ansätze gegenseitig bereichern können und nahmen dabei das Publikum mit auf eine spannende Reise inklusive Kinoerlebnis.

Musik ist eine Konstante seit Beginn

Für die beiden Niederösterreicher stellt die Musik seit Beginn ihrer musikalischen Laufbahn eine nicht wegzudenkende Konstante in ihrer künstlerischen und musikalischen Entwicklung dar. Während ihrer Studien, zunächst in Wien, dann in ganz Europa, entwickelten sich die beiden in unterschiedliche Richtungen - Daniel ist nun erfolgreicher Konzertorganist mit Vorliebe für die französische Orgelsymphonik, sein kleiner Bruder Stefan ist Jazz-Saxophonist und Bandleader internationaler Ensembles.

All ihre Erfahrungen brachten sie mit nach Raabs und gaben diese vom Chor aus zum Besten. Die Musik schien förmlich aus dem Nichts zu kommen, sodass sie noch intensiver wahrgenommen werden konnte. Mit aufmerksamen Blicken ließen sich genau auf die Stücke abgestimmte Illustrationen auf der Leinwand im Altarraum erspähen. „Die Filmmusik ist förmlich dazu gemacht, um sie mit Bildern abzurunden und so die Wirkung zu verstärken“, merkte Daniel Gottfried an.

Viel Herzblut für eigene Arrangements

In ihrem Programm interpretierten die Brüder Musik, die sie schlichtweg lieben, aber auf unterschiedliche Weise leben und erleben. Besonders viel Herzblut steckten die Gebrüder Gottfried in ihre eigenen Arrangements, da keines ihrer Duos in dieser spannenden Besetzung existiert.

Weiters findet sich im Programm der beiden eine Hommage an den legendären Jazzmusiker Charlie Parker, der heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Mit fantasieanregenden Werken und berühmten Melodien aus den Filmen „Catch me if you can“, „Psycho“ und „Der Pate“ gelang es ihnen den Bogen zwischen ihrer großen Leidenschaft und ihren Lieblingsfilmen zu spannen.

Breites Repertoire

Ihr Repertoire reichte vom französischen Impressionismus, eigener Arrangements von Claude Debussys „Syrinx“ bis hin zur Musik ihrer liebsten Filme, zeitloser Melodien der großen Filmkomponisten Ennio Morricone, Nino Rota und John Williams. All diese zeitlosen Klassiker erzeugten mit ihren Melodien fantasievolle Bilder im Kopf des Zuhörers, luden dazu ein, die Augen zu schließen und in seinen eigenen Gedanken zu versinken.

Neben einem kleinen Abstecher in den Wilden Westen mit „Once upon a time in the west“, verweilten Stefan und Daniel Gottfried auf ihrer musikalischen Reise auch einige Minuten in der Stadt der Liebe mit „April in Paris“. Die einmalige Akustik der Pfarrkirche unterstützte die lang anhaltenden Saxofon-Töne und den typischen Klang der Kirchenorgel, sodass eine beeindruckende Geräuschkulisse entstand, an die sich die Besucher noch gerne zurückerinnern werden.