Wir sind "Renaissance". Zukunftsraum Thayaland und vier tschechische Mikroregionen schließen sich zusammen. Zusammenarbeit soll weiter intensiviert werden.

Erstellt am 16. September 2014 (10:10)
Nach der Vertragsunterzeichnung für die gemeinsame Bildung der Region „Renaissance“: die Bürgermeister Eduard Köck, Ernst Herynek, Miloslav Nevecny, Vlastimil Stepan, Helmut Schuecker, Eva Pozarova, Rudolf Hofstätter, Roman Fabes, Rudolf Mayer, Reinhard Deimel, Willibald Pollak, Gerald Matzinger, Manfred Wühl, Harald Hofbauer und Anette Töpfl mit Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller.Hannes Ramharter
NOEN, Hannes Ramharter

Die Kleinregion „Zukunftsraum Thayaland“ sowie die tschechischen Mikroregionen Telc, Trest, Jemnice und Dacice schlossen sich nun zur Region „Renaissance“ zusammen. Der entsprechende Vertrag wurde am Sonntag im Raabser Lindenhof unterzeichnet.

Bürgermeister Rudolf Mayer begrüßte die Gäste und erinnerte daran, dass der Lindenhof vor fünf Jahren einer der Schauplätze der ersten grenzüberschreitenden Landesausstellung mit über 400.000 Besuchern war. Durch die Bildung der gemeinsamen Region werde der Gedanke der Landesausstellung, gemeinsam zu gehen, weiter vorangetrieben.

Abwanderung und Arbeitslosigkeit als Problem

Bürgermeister Roman Fabes aus Telc - bei der Landesausstellung schon im Amt - erklärte, dass die Region Renaissance eine noch engere Zusammenarbeit der tschechischen Mikroregionen mit dem Zukunftsraum Thayaland bringen solle. „Der Eiserne Vorhang ist gefallen, die Grenze gibt es nicht mehr. Uns verbindet vieles - die Thaya, Verkehrswege, eine ähnliche Landschaft und gleiche Probleme wie Abwanderung und Arbeitslosigkeit. Die Landesausstellung hat gezeigt, dass ein gemeinsamer Weg erfolgreich sein kann“, erklärte Fabes.

Der Vorsitzende der Kleinregion „Zukunftsraum Thayaland“, Bürgermeister Reinhard Deimel aus Dobersberg, hob hervor, dass der Zukunftsraum die einzige Kleinregion sei, die alle Gemeinden eines Bezirkes umfasse. Auch für die Zukunft gebe es gemeinsame Herausforderungen, wie es auch die Landesausstellung war, zum Beispiel den grenzüberschreitenden Radweg „Thayarunde“, wo jetzt die Steine aus dem Weg geräumt wurden.

Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller hob hervor, dass die Unterzeichnung ein historischer Festakt sei, der auch der historischen Tradition von Raabs als Namensgeber des tschechischen Wortes für Österreich Rakousko (Land hinter Raabs) entspreche. Der neue Vertrag entspreche auch den vielen Veränderungen seit dem Fall des Eisernen Vorhanges.
 

Was will die Region „Renaissance“?

Inhalt (auszugsweise): 
Wir, die wir unterschreiben, sind uns des Auftrages unserer Vorfahren, vor allem aus der Zeit der Renaissance, bewusst und erklären hiermit unser gemeinsames Interesse zur Bildung der grenzüberschreitenden Region Renaissance.

Deshalb verpflichten wir uns:

  • Wir nutzen unseren Einfluss zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung unserer gemeinsamen Region.
  • Wir entwickeln und verbessern die Region mit Aktivitäten, die vor allem den sanften Tourismus, eine multifunktionelle Landwirtschaft, traditionelles Handwerk und qualitativ hochwertige Dienstleistungen stärken, aber auch die Infrastruktur verbessern und neue Technologien sowie Forschung und Entwicklung unterstützen.
  • Wir werden auf Basis der Renaissance neue praktische Lösungen für Unternehmen, Kultur und Sport suchen.
  • Wir tauschen unsere Erfahrungen aus, publizieren diese und präsentieren diese auch auf fachlicher und öffentlicher Ebene. Wir tragen damit zur Verbreitung des Gedankens der gemeinsamen Region Renaissance bei.
  • Wir bilden und platzieren gemeinsame Symbole und Attribute der Region Renaissance, unterstützen ihre Nutzung und bekämpfen ihren Missbrauch.

Gezeichnet: Roman Fabes (Mikroregion Telcska), Miloslav Nevecny (Jemnicky mikroregion), Eva Pozarova (Mikroregion Trestsko), Vlastimil Stepan (Mikroregion Dacicko), Reinhard Deimel und Gerald Matzinger (Mikroregion Zukunftsraum Thayaland).