Corona-Frust: Waldviertler (33) löste Großalarm aus. Arbeitslos durch Corona, finanzielle und private Probleme: Arbeiter drehte durch und löste mit Anruf bei Polizei Großeinsatz aus.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 15. Oktober 2020 (04:41)
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„Ich habe den Corona-Lockdown nicht gut überstanden. Ich bin arbeitslos geworden, und alles ist mir zu Kopf gestiegen. Ich habe immer mehr getrunken, um gegen meine trübe Stimmung anzukämpfen. Streit mit meiner Partnerin kam dann noch dazu“, schilderte ein Waldviertler (33) aus dem Bezirk Waidhofen vor Gericht, wie sein bislang geordnetes Leben durch die Pandemie aus den Fugen geraten ist.

An Details, was er an jenem 23. Mai dieses Jahres alles getan hat, wollte er sich nicht mehr erinnern können, beteuerte er Erinnerungslücken nach dem damaligen Konsum von zehn Flaschen Bier.

„Sie wollten Sex von ihrer Partnerin, und als diese ablehnte, kam es zum Streit und Sie warfen sie raus.“Der Richter half angesichts von Erinnerungslücken des Angeklagten aus

Der Richter half aus: „Sie wollten Sex von ihrer Partnerin, und als diese ablehnte, kam es zum Streit und Sie warfen sie raus. Danach kam es zu den folgenschweren Anrufen.“ „Das wird schon so stimmen. Bei mir sind damals die Sicherungen durchgebrannt“, sagte der 33-Jährige.

Was er mit den Anrufen bei der Sicherheitszentrale der Polizei NÖ bezwecken wollte, konnte er nicht erklären. Nach dem Anruf, bei dem er mit einem Schusswaffengebrauch drohte, löste er eine Großfahndung mit Beamten von Dobersberg, Waidhofen, Raabs, Heidenreichstein, Schrems, Gmünd und der Sonder einheit Cobra aus.

„Das wollte ich nicht. Ich hab‘ doch gar keine Waffe“, beteuerte der Waldviertler. Der bislang unbescholtene und einsichtige Arbeiter wurde wegen versuchter Nötigung zu drei Monaten bedingt verurteilt, und es wurde zudem ihm die Weisung erteilt, sich einer Suchtberatung zu unter ziehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.