Einwände auch gegen Windpark Japons

IG Waldviertel kritisiert Gutachten, EVN widerspricht den Vorwürfen.

Erstellt am 15. Juli 2020 | 05:36
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Foto: Klaus Rockenbauer

Massive Kritik übt die IG Waldviertel auch am Repowering-Projekt des bestehenden Windparks der EVN in Japons.

Dort sollen die bestehenden sieben Windräder durch drei neue, größere Anlagen ersetzt werden. Bereits 2015 hatte die EVN eine Ertüchtigung des Windparks beantragt, damals noch mit vier Anlagen mit einer Turbinenleistung von 3,45 Megawatt und 214 Metern Gesamthöhe. Im Frühjahr beantragte die EVN eine Änderung des Projekts auf drei Anlagen mit 4,2 Megawatt pro Windrad bei rund 245 Metern Gesamthöhe.

Einwände nicht berücksichtigt?

Laut IG Windkraft seien Einwendungen von Umweltorganisationen und Nachbarn nicht berücksichtigt worden. Die Erweiterung der Rotorfläche trotz Reduktion der Anlagen von 35.000 auf 53.000 m sei als „nicht erheblich“ eingestuft worden „Die vorgelegten Gutachten sind extrem kurz und insgesamt nicht schlüssig. Die im Betrieb befindlichen Anlagen müssten zum Schutz der Vögel abgeschaltet werden, und es dürften keine neuen Windräder dort genehmigt werden“, betont Jimmy Moser von der IG Waldviertel.

Weniger Kollisionsrisiko bei größeren Anlagen 

EVN-Sprecher Stefan Zach lässt das so nicht stehen. Die Gesamt-Rotorfläche sei nur ein Faktor bei der naturschutzrechtlichen Bewilligung. „Neueste Studien aus Skandinavien zeigen, dass sich der Ersatz alter durch moderne Anlagen sehr positiv auf das Kollisionsrisiko großer Greifvögel wie etwa Seeadler auswirkt. Größere Anlagen sind besser wahrnehmbar und damit steigt das Meideverhalten der Vögel. Es sind weniger Anlagen und die Rotoren drehen sich langsamer, und sind damit für die Vögel offensichtlich berechenbarer“, erläutert Zach.

Zum Schutz der Fledermäuse, der von der IG Waldviertel ebenfalls ins Feld geführt wird, sei ein verpflichtendes Abschalt-Konzept vorgesehen: „Wir wissen sehr genau, zu welchen Zeiten bei welchen Wind- und Wetterbedingungen die einzelnen Fledermausarten fliegen. Genau dann werden die Anlagen vollautomatisch abgeschaltet. Weil wir das genau wissen und Fledermäuse nur bei mäßigem Wind fliegen, halten sich die Verluste in engen Grenzen“, erklärt Zach.