Retter in Not: Reisebüro half gestrandeten Urlaubern. Michaela Scheidl verhalf Touristen zur Rückreise, auch wenn sie nicht bei ihr gebucht hatten.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 29. März 2020 (11:57)
Michaela Scheidl (Mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen Sonja Burggraf und Tanja Dangl: „Wenn Freunde kamen und mir erzählten, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, habe ich mich halt bemüht denen zu helfen.“
privat

„Reisen & Mehr“ nennt sich das Reisebüro von Michaela Scheidl in Hollenbach. Was dieses „Mehr“ bedeuten kann, hat sie mit einem Engagement bewiesen, bei dem sie gestrandete Österreicher aus dem Urlaub zurückholen konnte, und somit zur Retterin in der Not wurde. Dabei hat sie nicht nur Leuten geholfen, die die Reise bei ihr gebucht hatten.

„Wenn Freunde kamen und mir erzählten, dass jemand aufgrund der Corona-Maßnahmen in Schwierigkeiten steckt, habe ich mich halt bemüht denen zu helfen“, meint Scheidl bescheiden. „Ich habe mich mit dem Außenministerium verständigt oder mit den Reiseleitungen vor Ort um festzustellen, wo die Personen sind und ob Flüge gestrichen worden sind.“

Zum Teil sei es so gewesen, dass große Reisebüros den Urlaubern gesagt hätten, dass sie nicht mehr zuständig seien und sie sich an den Veranstalter wenden sollen. Das sei dann schwierig, wenn dieser den Geschäftsbetrieb eingestellt habe. „Wir sagten, wir geben nicht auf und holen die Leute zurück“, schildert Scheidl ihr entschlossenes Vorgehen. „Mit vereinten Kräften und mit direktem Kontakt zu den Airlines konnten letztendlich Lösungen gefunden werden. Vor allem habe sie immer darauf geachtet, dass die Hilfesuchenden in der Krisendatenbank des Außenministeriums registriert sind.“

Bis in die Nacht hinein engagiert

Sie war auch samstags, teilweise bis halb zwei in der Früh, für ihre Kunden da und hat sie aus Ländern wie USA, Malediven oder Spanien zurückgeholt.

Weniger freudig ist die Situation des Reisebüros. Durch die kostenfreien Stornos seien im Moment keine Einnahmen vorhanden und das werde sich über den ganzen Sommer ziehen. Im Moment gäbe es keine Buchungen. Vereinzelt kämen Anfragen für Angebote im November oder Dezember. Die zwei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Reinigungskraft, seien in Kurzarbeit. „Ohne staatliche Unterstützung ist ein Überleben gerade nicht möglich. Es wird aber auch wieder eine Zeit nach Corona geben“, meint sie hoffnungsvoll.