Interessantes aus 500 Jahren über das Waidhofner Rathaus

Erstellt am 29. Juni 2022 | 04:58
Lesezeit: 2 Min
Franz Fischer präsentierte zum Teil wenig Bekanntes über das Rathaus.
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Wussten Sie, dass das Waidhofner Rathaus einmal als lutherische Kirche gedient haben dürfte? Oder dass Handwerker nicht nur mit Geld, sondern auch mit Eimern Bier bezahlt wurden?

Diese und andere Details hatte Franz Fischer vom Museumsverein Waidhofen anlässlich des 500. „Geburtstags“ des Waidhofner Rathauses zusammengetragen und am Freitagabend als Auftakt zum zweitägigen Bezirksfest anlässlich 100 Jahre Niederösterreich im Rathaus präsentiert.

Urkundlich erwähnt wurde das Rathaus erstmals im Jahr 1573, eine Inschrift auf einer Toreinfassung weist aber die Jahreszahl 1522 aus – womit angenommen werden kann, dass dies das Errichtungsjahr ist. Das Rathaus dürfte als Mehrzweckgebäude (Lagerhaus bzw. Schüttkasten) mit gleichzeitigem Sitz der Stadtverwaltung errichtet worden sein.

1562 war nur ein Achtel der Bevölkerung katholisch

Einer katholischen Visitation zufolge war im Jahr 1562 nur noch weniger als ein Achtel der Bevölkerung Waidhofens katholisch. Es ist zu vermuten, dass das Rathaus zeitweilig auch als lutherische Kirche diente. Auch eine Salzkammer war einmal in dem Gebäude untergebracht. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stand eine größere Renovierung an.

Der Ratsbürger und Maurermeister Bartholomäus Lucas wurde damit beauftragt und erhielt dafür neunzig Gulden, zwei Eimer Bier und zwei Metzen Korn. Aus dem Jahr 1721 stammt eine heitere Anekdote: Auf den neu errichtetn Rathausturm wurde am 13. Juni ein blecherner Adler feierlich aufgesetzt, aber schon am 13. Juli wieder wegen „zu großer Form und Untauglichkeit“ heruntergenommen und am 21. Juli in aller Stille durch einen kupfernen Adler ersetzt.

1873 brannte das Rathaus beim großen Stadtbrand völlig nieder. 1875 wurde es im Wesentlichen im ursprünglichen Renaissancestil wieder errichtet. Die letzte große Renovierung erfolgte 2002. Architekt Reinhard Litschauer ging im Detail auf die erfolgten Arbeiten ein und zeigte einige Aufnahmen, die den Umbau und die Sanierung dokumentieren.

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