Waidhofens Feuerwehrhaus kommt in die Jahre. Heizungen mussten im Feuerwehrhaus in Waidhofen an der Thaya getauscht werden. Im kommenden Jahr sein weitere Sanierungen geplant.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 01. Januar 2021 (02:13)
Zwei von vier Gasheizstrahlern mussten in den Fahrzeughallen ausgetauscht werden.
Gerald Muthsam

In die Jahre kommt langsam das Feuerwehrhaus Waidhofen. Mittlerweile ist das Gebäude 22 Jahre alt und es werden nach und nach Sanierungen fällig. Zuletzt mussten eine Gastherme und zwei Gasheizungen erneuert werden.

Heizstrahler defekt: Gefahr in Verzug

„Die Therme im Verwaltungsgebäude ist schon länger defekt und der Austausch war schon seit zwei Jahren geplant“, erzählt FF-Kommandant Christian Bartl. „Eine Überprüfung der Gasheizstrahler in den Fahrzeughallen ergab, dass zwei von vier Strahlern auch defekt waren, Gefahr in Verzug bestand, und sie deshalb außer Betrieb genommen werden mussten.“ Die Heizungen braucht man, um die Fahrzeuge zu beheizen, damit das Löschwasser nicht einfriert und auch im Werkstättenbereich. Die beiden Heizungen wurden bereits ausgetauscht, die Heiztherme wird zu Beginn des nächsten Jahres ersetzt. Zwei Durchlauferhitzer wurden ebenfalls erneuert. Die Stadtgemeinde als Hausbesitzer trägt die Kosten dafür.

„Es gab schon vor Jahren die Überlegung, auf Fernwärme umzusteigen, doch die Rohre führen nicht am Haus vorbei und eine Leitung für ein Gebäude in die Straße zu graben, wäre zu kostenintensiv“, schildert Bartl das Problem.

2021: Hallenboden und Regenrinnen werden saniert

Nächstes Jahr sollen auch der Hallenboden und die defekten Regenrinnen saniert werden. In Planung ist auch ein Notstromaggregat für den Fall eines Black-Outs für das FF-Haus. Zuletzt wurde die Atemschutzwerkstätte in Eigenregie saniert, das Bezirksalarmkommando wird derzeit vom Erdgeschoss ins Obergeschoss verlegt. „Für die nächsten Jahre ist ein Zubau geplant“, berichtet der Kommandant. „Wir ringen schon seit mittlerweile 14 Jahren darum. Unser Lager befindet sich im Moment in einem Schuppen im Bauhof. Gerätschaften und Ausrüstungen sind immer wieder defekt durch Mäusebisse. Wir brauchen eine Lösung, wo wir das Material sicher und einfacher lagern können.“

Abstellplatz für Übungsautos

Die angrenzende Firma Neuwirth musste eine Stützmauer erneuern, im Zuge dessen wurde auf dem Feuerwehrgelände eine Böschung entfernt, um Platz zu schaffen, wo Unfallautos abgestellt werden können. Die Befestigung des Platzes wurde auch in Eigenregie der Feuerwehr gemacht.

Das vergangene Jahr war auch eine Herausforderung für die Stadtfeuerwehr. „Die Einsatzbereitschaft musste trotz der Lockdowns aufrechterhalten werden“, sagt Bartl. „Es wurde auf Gruppenalarmierung umgestellt, das heißt, es wird versucht die Leute nicht zu mischen. Sollte es zu einem Covid-Fall kommen, ist man mit anderen Gruppen einsatzbereit. Es gibt auch keinen Übungsbetrieb.“

Feuerwehr-Kommandant Christian Bartl zeigt die abgetragene Böschung, wo jetzt Unfallautos für Übungszwecke abgestellt werden können.
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2020 konnten, obwohl keine aktive Werbung betrieben werden konnte, drei neue Mitglieder aufgenommen werden, da-runter zuletzt auch eine Frau. Insgesamt steht man bei 61 aktiven Mitgliedern, davon vier Frauen.

Derzeit wird die jährliche Haussammlung durchgeführt. Aufgrund von Corona wird nur ein Schreiben mit Erlagschein ohne Kontakt ausgetragen. „Wir erwarten sicher nicht den Erfolg, denn wir sonst mit persönlichen Gesprächen hätten. Aber besser wir bekommen weniger, als gar nichts“, meint Kommandant Bartl.

Drehleiter soll im Dezember 2021 geliefert werden

Ein großes Thema war heuer auch der Ankauf einer neuen Drehleiter (die NÖN berichtete). Die Ausschreibung ist abgeschlossen und die Firma Rosenbauer erhielt den Zuschlag.

Der Kaufpreis beträgt rund 800.000 Euro. Lieferdatum ist der Dezember 2021, sofern Corona nicht dazwischenfunkt. „Vielleicht geht es sich auch früher aus“, hofft Bartl. „Wir hätten für Oktober einen Festakt im Stadtsaal anlässlich 150 Jahre FF Waidhofen geplant. Da wäre es natürlich schön, wenn wir die Segnung der Drehleiter beim Festakt vornehmen könnten.“

Der Kirtag soll wieder im August stattfinden, wobei man mit dem Blasorchester Waidhofen kooperiert, das am Samstag die Bezirksblasmusikwertung im Birkenstadion austrägt.

„Eventuell kann nächstes Jahr auch eine Feuerwehrjugend gegründet werden“, gibt sich Bartl vorsichtig optimistisch. „Wir hätten einen sehr gut geeigneten Kameraden, der die Ausbildung und Führung übernehmen könnte. Vielleicht schaffen wir die Gründung im Rahmen der 150-Jahr-Feier. Wir brauchen einfach Nachwuchs.“