Ein beklemmendes Szenario am TÜPl. Terrorübung in Allentsteig ging diese Woche in eine internationale Grenzschutzübung über.

Von Joachim Brand. Erstellt am 13. September 2017 (04:26)
Christian Burger und Alexander Schiller sichern die Zugänge zum Anschlagsort.
Joachim Brand

Das „Kommando Schnelle Einsätze“ mit Sitz in Mautern übte vergangene Woche mit seinen Bataillonen erstmalig Einsatztechniken gegen terroristische Bedrohungen. Schauplatz des Geschehens bildete der Truppenübungsplatz Allentsteig mit seiner urbanen Trainingsanlage in Steinbach.

Unter dem Kommando von Christian Habersatter trainierten über 1.200 Mann, davon rund 500 Grundwehrdiener. „Die Übung ,Active Protector 2017‘ (Tatkräftige Schutzmaßnahmen) dient der Überprüfung der ersten Einsatzbereitschaft im Bereich Ausbildung des ,Kommando Schnelle Einsätze‘ zur Folgenbewältigung nach Anschlägen“, erklärte Brigadekommandant Habersatter und wies ebenso wie sein Stellvertreter Franz Langthaler auf die Wichtigkeit dieses Manövers hin.

Medienoffizier Martin Praschl sowie Andreas Tree und Peter Winkler vom TÜPl-Brandschutzzug sind in das Übungsszenario eines Terroranschlages miteingebunden.
Joachim Brand

Gemäß Drehbuch liegen nach einem Terroranschlag überall leicht und schwer verletzte, erschreckend real geschminkte Komparsen herum. Knatternd zieht ein Beobachtungshubschrauber seine Kreise über dem Anschlagsort. Gepanzerte Fahrzeuge unterschiedlichster Art und schwer bewaffnete Soldaten nähern sich vorsichtig. „Achtung, Achtung, hier spricht das österreichische Bundesheer!“, schallt es aus dem Lautsprecher eines IVICO Husar-Fahrzeuges. Plötzlich steigt Rauch aus einem der Gebäude auf. „Räumen Sie unbedingt das Gebäude,“ erfolgt die nächste Anweisung aus dem Lautsprecher. Sirenen kündigen die Ankunft der Sanitätsfahrzeuge und der Militärpolizei im Übungsgebiet an.

„Das Üben von Einsatztechniken und die Anwendung der Einsatztechniken zur Folgenbewältigung ist unser vorrangiges Ziel,“ so Martin Praschl vom „Kommando Schnelle Einsätze“, der gleichzeitig über die Folgeübung in der laufenden Woche informierte.

Dabei geht es um Unterstützungsleistungen im Rahmen einer zivil-militärischen Opera tion zum Schutz der Staatsgrenze, die eine Kooperation zentraleuropäischer Staaten erfordern.

Die Internationale Grenzschutzübung „COOPSEC 17“ mit rund 2.000 Soldaten, davon 160 Soldaten aus Tschechien und Ungarn, spielt ein anderes Szenario. Geübt werden die Kontrolle von großen Menschengruppen und das Vorgehen bei unterschiedlichen Gefahren. Dazu Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil: „Klar ist, dass sich ein Jahr wie 2015 nicht mehr wiederholen darf. Deshalb übt das Militär, das einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der illegalen Migration leistet, gewisse Sze narien.“

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