Singen mit Aussicht: Freude am Gesang im Vordergrund. Unter freiem Himmel stand am 31. Juli das gemeinsame „Singen mit Aussicht“ im Schlosspark Dobersberg am Programm. Ins Leben gerufen wurde das offene Singen nach Lust und Laune von der Volkskultur Niederösterreich im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 02. August 2021 (14:53)

„Da diese Veranstaltung der besonderen Art vom Publikum so gut aufgenommen worden war, wurden die erstmals acht Events im Vorjahr auf alle 25 Bezirke und Statutarstädte Niederösterreichs ausgeweitet“, erklärte Stefan Reitbauer von der Volkskultur Niederösterreich und freute sich, die bisher meistbesuchte Veranstaltung der Reihe zu eröffnen. 

Unter der Leitung von Bettina Ledwinka und dem Radlbach-Duo, bestehend aus Franz Wieczorek am Akkordeon und Christian Flicker an der Gitarre, stand einem ausgelassenen und ganz ungezwungenen Abend nichts mehr im Weg. Gleich zu Beginn erhielten die Besucher ein Liederheft mit ausgewählten Volksliedern, um aktiv mitsingen zu können. „I spring a bissl im Heft umadum, dass spannender wird“, fügte Ledwinka schmunzelnd hinzu.

Abend voller Überraschungen und spontaner Ideen

Dank der charmanten Singleiterin war der Abend voller Überraschungen und spontanen Ideen. Neben Volksliedern und Instrumentalstücken, standen nämlich auch je ein A-Capella-Stück und ein Kanon am Programm. Auch Jodler, Stimmlagen und Zungenbrecher wurden vor den jeweiligen Passagen ausreichend geübt. „Mocht nix, wenn a Ton daneben geht, immerhin steht de Freude am Singen im Vordergrund“, munterte Ledwinka die Sänger im Publikum auf, auch bei ihnen unbekannten Stücken kräftig mitzusingen. Sie hat nämlich nur eine Devise: „Jeder kann singen.“

Ein besonders großes Anliegen ist es ihr, auch Kindern die Freude am Singen weiterzugeben: „Gerade im jungen Alter ist es sehr prägend, wenn im Alltag oder zu besonderen Anlässen musiziert wird, da sie sonst sehr wenig Vertrauen in sich selbst haben und später schwer für die Musik zu begeistern sind.“ So ist es wenig verwunderlich, dass es ihr 4-jähriger Sohn, Adrian Ledwinka, gar nicht mehr erwarten konnte, sich zwischendurch das Mikrofon zu schnappen, um den Ton anzugeben. Für seinen Mut und sein Talent wurde Adrian mit einem kräftigen Applaus der Besucher belohnt.

Schlosspark als Tanzfläche

Da bei Volksliedern verschiedenste Melodieführungen und Texte existieren, improvisierte Bettina Ledwinka zwischendurch einmal eine zusätzliche Strophe. „Immerhin ist das Singen Balsam für die Seele und unser Immunsystem, dass sich nach 20 Minuten ganz besondere Stoffe in unserem Körper aktivieren. So tun wir ihm etwas Gutes, und das sogar im Sitzen“, fügte Ledwinka an und warf gleichzeitig einen Blick zu einigen mutigen Tanzbegeisterten, da diese nun auf ihre Kosten kamen. Für den „Siebenschritt“ wurde der Schlosspark spontan als Tanzfläche umfunktioniert, sodass die Freiwilligen voller Tatendrang paarweise eine kreisförmige Aufstellung einnahmen und sich im Takt zu den Klängen des Akkordeons bewegten.

Für den Schluss hatte sich Bettina Ledwinka ein ganz besonders anspruchsvolles, aber auch gleichzeitig thematisch passendes Stück mit dem Titel „Geht’s Buama, gehma hoam“ aufgehoben. Natürlich wies sie die Gäste zuvor auf gefinkelte Raffinessen hin: „Wir brauchen jetzt eine flinke Zunge und müssen auf spontane Taktwechsel gefasst sein.“ Mit der nötigen Übung meisterten die Besucher auch diese wie Profis und ließen den Abend noch entspannt ausklingen.