Winterurlaub: Was sagen Reisebüros im Bezirk Waidhofen?. Der Lockdown verzögert den Start für die Skisaison. Aber ist überhaupt die Bereitschaft da, in die Berge zu fahren?

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 25. November 2020 (05:38)
Symbolbild

Ein Jahr ohne Wintertourismus? In Österreich nur schwer vorstellbar. Momentan sind Prognosen noch unmöglich, doch allzu optimistisch ist die Stimmung nicht.

Gerade bei der skifahrenden Bevölkerung ist die Zurückhaltung zu spüren. Verständlich. Niemand kann voraussagen, was die Zeit nach dem Lockdown bringt. Auch die Reisebüros spüren diese Entwicklung.

NOEN

Im Reisebüro Piffl werden normalerweise öfters Busreisen in die Skigebiete gebucht. Sogar Einzelbuchungen würden laut Geschäftsführerin Klaudia Hofbauer-Piffl gar nicht so selten sein. „Ob das heuer auch so sein wird, ist die Frage“, meint sie.

Manche Gruppen seien zwar durchaus bereit zu buchen, aber zögerlicher als sonst. Individuelle Buchungen gäbe es noch gar nicht. „Man merkt die Zurückhaltung. Es ist fraglich, ob überhaupt zu Weihnachten etwas möglich sein wird“, erklärt die Reisebürochefin.

„Wenn die Zuversicht wieder da ist, werden auch die Buchungen wieder kommen.“Klaudia Hofbauer-Piffl

Wenn, dann erwartet Hofbauer-Piffl kurzfristige Buchungen. Dasselbe gelte übrigens auch für den Sommer. „Solange die Angst vor der Krankheit weiter besteht und nicht großflächig geimpft wird, wird sich daran nichts ändern. Wenn die Zuversicht wieder da ist, werden auch die Buchungen wieder kommen.“

Mit der Impfung würde sie sogar mit einem Boom des Tourismus rechnen, da viele Menschen den Urlaub schon vermissen würden. Auch wenn man schon gebucht hat, muss man sich laut Hofbauer-Piffl keine Sorgen machen. „Mittlerweile ist alles coronaversichert. Das beinhaltet ein kostenloses Rücktrittsrecht bis kurz vorher und ohne Angabe von Gründen.“

Der Geschäftsführer von Waldviertel Reisen, Wihelm Meller, glaubt, dass in diesem Winter nicht mehr viel kommt. „Unser Wintertourismus ist so gut wie kaputt. Für uns ist es billiger, nichts zu planen und die Kosten zu sparen, als wenn wieder alles abgesagt werden muss.“

Momentan habe er sowieso mit den Kosten zu kämpfen. Da könne man nicht spekulieren und ein Programm für Februar oder März zusammenstellen. „Man kann jetzt unmöglich planen, und ein Programm kurzfristig zu machen ist unmöglich. So etwas hat eine Vorlaufzeit von mindestens zwei Monaten“, erklärt er.

Bogg will diesen Winter eher nicht auf die PIste

Ein leidenschaftlicher Skifahrer ist der Waidhofner Raika-Direktor Kurt Bogg. Normalerweise ist er in den Semesterferien in den Bergen. „Meine Familie wird heuer wahrscheinlich nicht fahren. Wir wissen noch nicht, wie sich die Lage entwickelt und wollen aus jetziger Sicht nichts riskieren“, meint er.

Vor allem die Einhaltung der Abstandsregelungen im Skigebiet mache ihm Sorgen. „Auf den Sesselliften geht das vielleicht noch, doch in den Gondeln ist so etwas unmöglich.“ Falls sich die Situation in diesem Winter doch noch verbessern sollte, hält er sich die Option offen und wartet zu. „Es sollte heuer kein Problem sein, auch kurzfristig zu buchen“, meint Bogg.

Kein Skitourist, aber Winterurlauber ist der Raabser Bürgermeister und HAK-Direktor Rudolf Mayer. „Ich fahre seit 25 Jahren regelmäßig nach Filzmoos. Ich bin zwar kein Skifahrer, doch ich nutze die Semesterferien als Entspannungs- und Wellnessurlaub“, erklärt Mayer.

Auch für diesen Winter hat er schon reserviert. Das allerdings schon Anfang des Jahres vor der Pandemie. Momentan will er noch warten und schauen, wie sich die Lage entwickelt. „Die Stornobedingungen in Österreich sind aktuell ohnedies sehr kulant. “, sagt er. Die Hoffnung auf den Urlaub besteht noch.

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