Bau-Ende für Krankenstation in Burkina Faso. Die Krankenstation in Salif Nikiema‘s Heimatort in Burkina Faso ist fertiggestellt. Spenden ermöglichten Errichtung.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 02. Februar 2021 (12:06)

Die Krankenstation in Burkina Faso, die Salif Nikiema mit dem Verein „Stimmen für Afrika“ in seinem Heimatort Dapélogo baute, ist nun fertig.

Bau durch Corona verzögert

Der Bau wurde im Juli 2020 gestartet. Ursprünglich wäre eine Bauzeit von vier Monaten geplant gewesen, durch Corona hat sich der Bau verzögert. Salif wollte zu Baubeginn vor Ort sein, das war jedoch aufgrund der Pandemie nicht möglich. Darum hatte er dann seinen Bruder beauftragt, sich um die Baustelle zu kümmern. „Er hat wirklich geschaut, dass alles passt. Denn es ist ganz wichtig, wenn man so etwas macht, dass jemand vor Ort ist und kontrolliert, dass der Bau vorankommt“, erklärt Salif. „Die Baufirma musste auch jede Woche einen Bericht über den Baufortschritt an den Verein schicken.“

Die benötigte Summe von 35.000 Euro wurde ziemlich genau durch Spenden erreicht. „Ich möchte mich wirklich bei allen Waidhofnern bedanken und auch bei allen Firmen, die mich unterstützt haben. Ohne deren Hilfe wäre das Ganze nicht möglich gewesen. Die Berichte in der NÖN haben auch viel dazu beigetragen, Spenden zu bekommen“, zeigt sich Salif sichtbar ergriffen.

Zweiter Brunnen wurde errichtet

Im Dorf wurde bereits 2017 ein Brunnen errichtet. Vor Baubeginn der Krankenstation wurde ein zweiter Brunnen gebohrt. Dieser Brunnen wurde von der Pfarre Loosdorf finanziert. Peter Hamberger aus der dortigen Pfarre hat eine Verbindung über seine Freundin nach Waidhofen. Er hat den Bericht über den geplanten Bau in der NÖN gelesen und wollte helfen. Salif durfte den Verein in einer Messe in Loosdorf vorstellen, aus dem Erlös eines Adventsingens sind danach über 13.000 Euro für den Brunnen zusammengekommen.

Patienten gingen sieben Stunden zu Fuß

Die Station soll eine Anlaufstelle für alltägliche Krankheiten und leichtere Verletzungen sein, vergleichbar einer Ambulanz oder Arztpraxis. Es gab in Dapélogo für 36.000 Menschen bisher keine medizinische Versorgung. Die nächste Krankenstation lag in der Hauptstadt. „Kranke Leute fuhren mit dem Fahrrad oder Moped hin oder gingen auch sieben Stunden zu Fuß“, schildert Salif die Situation. „Dort mussten sie viel Geld im Voraus für die Behandlung bezahlen. In unserer Station müssen die Leute zwar auch etwas zahlen, aber einen leistbaren Betrag. Die Einnahmen werden für Reparaturen am Gebäude verwendet.“

Staat stellt Ärzte und Innenausstattung bereit

Die Krankenstation hat der Verein errichtet, der Staat wird die Innenausstattung und zwei Ärzte bereitstellen, die ein paar Mal in der Woche die Krankenstation besetzen. Der Verein wird auch weiterhin ein Auge auf die Station haben und bekommt einmal im Jahr einen Tätigkeitsbericht. „Ich möchte auch hier in Österreich mit Krankenhäusern Kontakt aufnehmen, die eventuell benötigte medizinische Geräte oder Medikamente zur Verfügung stellen können. Es gibt da auch schon ein paar Zusagen“, erzählt Salif. „Wenn es möglich ist, möchte ich Ende des Jahres runterfliegen, und ich plane für 2022 im Schloss einen Afrikanischen Abend für die Großspender, um das ganze Projekt noch einmal zu präsentieren, damit die Leute sehen, was mit ihren Spenden passiert ist.“

Sachspenden wurden mit Container transportiert

Es gab auch viele Sachspenden wie etwa von medizinischen Geräten. Eine Großspende kam aus einer Praxisauflösung einer Zahnärztin in St. Peter in der Au. „Auch von anderen Ärzten haben wir immer wieder etwas bekommen. Das Hotel Sacher hat z.B. Matratzen gespendet“, berichtet Salif.

„Für die Containertransportkosten von 13.000 Euro habe ich noch extra Leute angeschrieben, die dafür gespendet haben. Der 40-Fuß-Container wurde von Waidhofen nach Hamburg, von dort nach Ghana weiter nach Burkina Faso und dann mit einem LKW nach Dapélogo gebracht.“

Möchte zurückgeben, was ich in Österreich gelernt habe

Das Projekt erfordert viel organisatorische Arbeit. „Ich mache das aber sehr gerne, denn es ist für die Leute meiner Heimat“, meint Salif. „Mir haben Menschen in Österreich geholfen, und ich möchte auch wieder etwas zurückgeben von dem, was ich hier gelernt habe. Ich möchte auch, dass die Spenden wirklich bei den armen Leuten ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.“