Bürgermeister Köck: „Trend zur Stadtflucht erhalten“. Thaya: Bürgermeister Eduard Köck hofft, dass der Trend zum Wohnen am Land erhalten bleibt. Arbeiten auch per Internet möglich.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 22. Januar 2021 (04:14)
ÖVP-Bezirksparteiobmann hält das Papier für „Unsinn“.
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„Es war alles anders“, so fasst Bürgermeister Eduard Köck das Jahr 2020 zusammen. Alles war schwieriger zu organisieren. Doch er hat dem Jahr auch etwas Positives abgewinnen können, denn es ist etwas ruhiger gewesen. „Es war sonst schon oft sehr stressig“, erzählt der Bürgermeister und Bundesrat. „Ich habe persönlich etwas Zeit gewonnen, vor allem am Abend.“

Im ersten Lockdown hat er erstmals das Notrecht des Bürgermeisters in Anspruch genommen und die wichtigsten Beschlüsse gefällt, damit der Bau der Kläranlage starten konnte. „Es war jedoch im Vorstand schon alles besprochen, dann habe ich auch noch mit den Fraktionsführern geredet. Die Beschlüsse wurden in der nächsten Gemeinderatssitzung nachgeholt“, erklärt er.

Videokonferenzen beibehalten. In der Funktion als Bundesrat sind die Aufgaben in der Zeit intensiver geworden. „Es gab viele Sondersitzungen in Wien. Es gab zwar auch eine Menge Videokonferenzen, die viel Fahrzeit ersparten, andererseits nimmt man an mehr Konferenzen teil, die sich sonst zeitlich nicht ausgegangen wären“, schildert Köck. „Mein Wunsch wäre es, dass die Videokonferenzen auf Bundes- und Landesebene auch nach der Pandemie zumindest teilweise beibehalten werden. Ich fahre 35.000 Kilometer im Jahr, das sind alleine 450 Stunden, die ich im Auto verbringe.“

Mit Krediten helfen. Das Jahr 2020 sei auf Gemeindeebene halbwegs gut abgeschlossen worden. „Da muss ich mich auch bei den anderen Fraktionen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Gäbe es da auch noch Streitigkeiten, wäre alles noch schwieriger“, sagt Bürgermeister Köck. Die Einnahmeneinbrüche 2020 konnten mit Hilfspaketen in etwa ausgeglichen werden. Heuer muss man sich mit Krediten helfen.

„Für die Gemeinde wäre es natürlich schön, wenn wir wieder unser soziales Leben intensivieren könnten“, wünscht sich der Ortschef, „natürlich auch für die Gasthäuser und alles, was sonst noch daran hängt. Die Leute sehnen sich auch schon danach, dass man sich wieder treffen kann.“ Auch finanziell wäre es gut, wenn man so schnell wie möglich durch die Krise käme. „Wenn jetzt ein oder zwei Jahre nicht so viel umgesetzt wird, sehe ich auch noch nicht das große Problem“, meint Köck. „In unserer schnelllebigen Zeit glaubt jeder, es muss alles immer schneller und weiter gehen. Langfristig gesehen muss man natürlich in Projekte investieren können, weil das auch die regionale Wirtschaft antreibt.“

Trend zur Stadtflucht. Er hofft auch, dass der Trend zur Stadtflucht erhalten bleibt. „Man hat doch wieder mehr erkannt, dass es am Land schön ist, sowohl im Urlaub als auch als Wohnort, und dass das Landleben auch Vorteile gegenüber der Stadt hat“, sagt Köck. „Man hat auch gesehen, dass das Arbeiten vom Land aus möglich ist, und man nicht täglich in die Stadt muss. Da wäre es schön, wenn in Zukunft viele Fahrten eingespart würden und die Arbeit zum Teil per Internet und Videokonferenz erledigt werden könnte.“

Positiv finde er auch das gestiegene Bewusstsein dafür, woher die Lebensmittel kommen, und man sich Gedanken darüber mache, welche Produkte bereits nicht mehr in Europa produziert würden: „Da wäre es wichtig, die Produktion wieder zurückzuholen, ganz besonders bei Medikamenten oder Schutzausrüstungen.“