Haus Kibitzhöhe: Lebenswerk in guten Händen. Ehepaar Ledl übergab sein Gästehaus in Thaya an Karin Trojan, die seit fünf Jahren die gute Seele des Hauses ist.

Von Michael Schwab. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:04)
Inge und Karl Ledl sind froh, mit Karin Trojan eine Nachfolgerin für ihr Gästehaus gefunden zu haben.
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Nach knapp 35 Jahren hat das Haus Kibitzhöhe eine neue Besitzerin: Karin Trojan aus Oberedlitz übernahm das Gästehaus von Inge und Karl Ledl.

Das Ehepaar hatte den ehemaligen Gutshof im Jahr 1972 gekauft und zum Gästehaus umgebaut. Nun stellte sich jedoch altersbedingt das Problem der Nachfolge. Innerhalb der Familie sei niemand bereit gewesen, das Haus weiterzuführen, sagen die Ledls. Daher entschieden sie sich, das Gästehaus an die „gute Seele“ des Hauses zu übergeben. Karin Trojan kam vor fünf Jahren in den Betrieb. „Die Ledls suchten jemanden, der ihnen hilft. Ich habe eine Ausbildung im energetischen Bereich und suchte etwas, wo ich anpacken kann, daher nahm ich das Angebot an“, erzählt Trojan.

Der Wintergarten wurde neu ausgemalt und mit mehr Pflanzen versehen.
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„Sind zu einer Familie zusammengewachsen.“ Aus dem Arbeitsverhältnis wurde mit der Zeit mehr: „Wir sind zu einer Familie zusammengewachsen. Ich betreue Inge und Karl, fahre mit ihnen zum Arzt und kaufe für sie ein“, sagt Trojan. Dass sie das Gästehaus wirklich einmal übernehmen sollte, glaubte sie nicht: „Daher war ich wirklich überrascht, als mich das Ehepaar Ledl gefragt hat, ob ich das Haus übernehmen will.“

Für Inge Ledl war es wichtig, dass ihr Lebenswerk erhalten bleibt: „Darum wollte ich, dass Karin das Gästehaus übernimmt, aus meiner Verwandtschaft hätten es alle nur an irgend jemanden verkauft. Ich will mein Werk in guten Händen wissen, und bei Karin bin ich mir da sicher, sie ist für mich wie eine Tochter“, betont Ledl.

Neue Farbe und Zierelemente gibt es auch im Eingangsbereich.
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Winter für Renovierungsarbeiten im Haus genutzt. Die nötigen Formalitäten sind inzwischen erledigt. Die Lockdown-Zeit nutzte Karin Trojan, um das Haus auf Vordermann zu bringen. Die Wände wurden neu ausgemalt, Lampen erneuert, und die Zimmer erhalten noch neue Vorhänge, im Herbst sollen noch die Bäder neu gefliest werden. Im Garten soll ein Teich angelegt werden. „Ich will den Stil und das Flair des Hauses erhalten, aber ein wenig mehr Farbe und hier und dort einen kleinen Zauber hineinbringen“, plant Trojan.

Schon in den Jahren zuvor habe sie das Haus mit neuem Leben erfüllt und sich dafür eingesetzt, die Zimmer ganzjährig zu vermieten. Das Gästehaus werde von Arbeitspartien sehr geschätzt, was auch am Frühstücksangebot ab 6 Uhr liege: „Ich bin Frühaufsteherin“, merkt Trojan an. Nun heißt es warten auf den Beginn der Radsaison und das Lockdown-Ende.

Im vergangenen Sommer wurde ein überdachter Grillplatz eingerichtet.
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