Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Thayatalbahn-Buch vorgestellt. BUCHPRÄSENTATION / Der passionierte Eisenbahnfan Thomas Anton präsentierte seinen Bildband mit historischen Thayatal-Bahnfotos im Waidhofner Stadtmuseum.

In seinem Bildband zeigt Thomas Anton (Mitte) zahlreiche historische Fotos aus der Anfangszeit der Thayatalbahn. Weiters im Bild: Riccarda Hofbauer, Sandra Sam, Martin Bogg und Ulrike Teubel. SCHWAB  |  NOEN
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VON MICHAEL SCHWAB

WAIDHOFEN / Einen Bildband über die Geschichte der Thayatalbahn stellte Thomas Anton am 3. Juli im Waidhofner Stadtmuseum vor.

Der Rauchfangkehrermeister aus Zwettl, der in seiner Freizeit ein begeisterter Dampflok- und Eisenbahnfan ist, hatte zahlreiche historische Fotos aus Archiven zusammengetragen. In seinem 126-seitigen Buch legt Thomas Anton einen besonderen Schwerpunkt auf die ersten Jahrzehnte des Betriebs der Thayatalbahn, als noch Dampflokomotiven zum Einsatz kamen. Genauso wird aber auch die Umstellung auf Triebwagen-Betrieb beschrieben, bis hin zur Stilllegung der Bahn.

Anton beschränkte sich bei seinen Recherchen nicht auf die österreichische Seite der Thayatalbahn. „Ich habe viel Unterstützung von tschechischen Eisenbahnfreunden erhalten. So konnte ich auch den tschechischen Teil der Bahn in meinem Buch behandeln“, erklärte Thomas Anton.

Die Arbeit mit den alten Bildern fand der Autor faszinierend. „Man kann etliche interessante Details aus diesen Fotos herauslesen“, so Anton. Neben einigen Fotos, die besonders deutlich den damaligen Stellenwert der Bahn demonstrieren, wird in dem Buch auch auf die Schattenseiten des Betriebs eingegangen.

Ein fotografisch dokumentiertes Beispiel ist ein Unfall im Jahr 1938 bei Zlabings, dessen Ursache gerne der Sabotage durch tschechische Partisanen zugeschrieben wird. „Viel eher wird es aber überhöhte Geschwindigkeit oder ein mangelhafter Oberbau gewesen sein“, stellte Thomas Anton in seinem Vortrag klar. Als Ursache für einige weitere Unfälle führte er eine möglicherweise fehlende Instandhaltung oder überhöhte Geschwindigkeit an.

„Eventuell sollen die Lokführer damals auch mal ein Bier im Dienst getrunken haben“, merkte Thomas Anton an. Positiv hob er die aktuell in Tschechien aufkommenden Bemühungen, die Thayatalbahn für touristische Aktivitäten zu nutzen, hervor. Mit etwas Wehmut zeigte der Autor ein Foto des Bahnsteigs in Slavonice, auf dem die Signale in Richtung Österreich zu sehen waren. „Wahrscheinlich werden die für immer Rot zeigen“, merkte Thomas Anton an.

In der Pause und nach dem Vortrag zeigten die zahlreich erschienenen Gäste großes Interesse an dem Buch, das vor Ort käuflich erworben werden konnte.