Historische Schätze in Kautzen archiviert. Neu erstellte Internet-Plattform ermöglicht, historische Schätze zu archivieren und für die Bevölkerung sichtbar zu machen.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 06. August 2021 (04:09)
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Bürgermeister Wühl, Gerhard Wanko, Franz Eglau und Gottfried Eggenhofer präsentieren stolz die Topothek der Gemeinde Kautzen.
Gerald Muthsam

Die Marktgemeinde Kautzen besitzt seit kurzem eine eigene Topothek. Mit dieser neuen Internet-Plattform ist es möglich, historische Schätze zeitgemäß zu archivieren und der gesamten Bevölkerung sichtbar zu machen. „Die Geschichte unserer Gemeinde wird nun noch detailreicher dokumentiert und für alle Online-Besucher einsehbar“, erklärt Bürgermeister Manfred Wühl. „Kautzen ist nun nach Vitis und Gastern die dritte Gemeinde im Bezirk, in der es eine solche Einrichtung gibt.“

Pensionierter Amtsleiter Franz Eglau nahm sich des Projekts an. Bürgermeister Wühl ist immer wieder über das Thema Topothek gestolpert und wollte es endlich in Angriff nehmen. Der pensionierte Amtsleiter Franz Eglau hatte sich bereit erklärt, mit weiteren Personen diese Topothek zu einem umfangreichen Projekt auszubauen. Die Erstellung wurde von einem Mitarbeiter der Landesregierung begleitet.

Mehr als 2.400 Fotos und andere Dokumente. In der Topothek werden alte und neue Fotos, Videos, Texte, Dokumente usw. nach Kategorien aufgenommen. Derzeit sind schon mehr als 2.400 Fotos und andere Dokumente verfügbar. Das älteste Foto ist von 1890.

„Es gab schon einen Bestand an Bildern. Ich hatte selber einige Fotos, andere habe ich bekommen“, berichtet Franz Eglau. „Ich habe auch viele Zeitungsausschnitte eingescannt. Es gibt aber noch viele weitere zum Bearbeiten. Dias aus den siebziger Jahren hatte ich schon vor einigen Jahren digitalisiert. Ich habe auch noch rund 700 Andenkbilder zum Einscannen.“

Archiv braucht Konstante. Gerhard Wanko ist einer der helfenden Mitarbeiter. Er hat einen großen Fundus an selbstgeschossenen Fotos, die er durchstöberte und für die Topothek zur Verfügung stellte. Auch Gottfried Eggenhofer beteiligt sich an der Arbeit. Die Topothek sei schon in der Telestube Thema gewesen. „Wir haben aber immer gesagt, als Verein kann man das nicht initiieren, das braucht eine Konstante. Da ist die Gemeinde die ideale Institution“, meint Eggenhofer. „Ich selber habe eher historische Dokumente, die wir in der Hauptschule gesammelt haben. Und ich habe auch einmal eine Festschrift herausgegeben, da ist auch einiges Material vorhanden. Es gibt auch Filmdokumente. Von Vereinen habe ich auch etwas.“ Eggenhofer weist auf einen spannenden Zeitungsartikel von 1897 hin, bei dem es um einen tragischen Meuchelmord an der 19-jährigen Tochter des Gastwirtes Johann Dietl in Radschin ging, den der gräflich Grünnesche Forstadjunct Joseph Lunacsek wegen eines verweigerten Kusses verübte.

Bilder und Dokumente können am Amt abgegeben werden. Die Arbeiten an der Topothek haben erst Ende Jänner dieses Jahres begonnen und sollen laufend weitergeführt werden. Vorhandenes altes Bildmaterial oder Dokumente werden gerne zur Präsentation aufgenommen.

Um den verstorbenen Mitbürgern eine Ehre zu erweisen, möchte man auch Andenkbilder aufnehmen. Alle Bilder oder Dokumente werden gescannt und danach wieder dem Besitzer zurückgegeben. Die Abgabe ist beim Gemeindeamt Kautzen möglich.

„Sollte ein Eintrag zu einer Person nicht gewollt sein, bitten wir um kurze Benachrichtigung, und wir löschen das unbürokratisch“, weist der Bürgermeister hin. „Auch das Gegenteil ist möglich, wenn eine Person auf einem Bild nicht angeführt ist, so werden wir dies nach deren Meldung unverzüglich er gänzen.“

Die Topothek ist zu finden über die Homepage der Gemeinde Kautzen oder unter: kautzen.topothek.at