Andacht im Stillen: Allerseelen im Bezirk Waidhofen. Allerheiligen und -seelen werden heuer nicht wie gewohnt stattfinden können. Es gibt im Bezirk keine großen Messen.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:09)
Allerheiligen und -seelen ist die Zeit der Andacht.
Gleiss

Alles wird anders, nichts bleibt gleich. Selbst die Totengedenken zu Allerheiligen und Allerseelen müssen heuer zurückgestellt werden. Auch bei den Begräbnissen lässt sich im Corona-Jahr ein Trend feststellen. Die NÖN hat nachgefragt, wie die Totengedenken heuer ablaufen werden.

In einem normalen Jahr ist die Allerheiligenmesse eine der größten des Jahres. Selten hat der Waidhofner Dechant Josef Rennhofer so viele Menschen in seiner Kirche, wie an diesem Tag. Die Feierlichkeiten und die Andacht der Verstorbenen müssen heuer allerdings in anderer Form stattfinden.

„Ein Gottesdienst wird nicht möglich sein, doch das soll nicht den Besuch der Gräber und unsere Gebete verhindern“, betont Rennhofer. „Das Allerseelenfest war im Grunde immer schon ein schlichter Tag ohne viel Prunk. Es geht auch ohne die Liturgie in der Kirche.“

Die Feierlichkeiten werden sich heuer auf die Segnung der Gräber beschränken und die stillen Gedenken in den Vordergrund rücken. Auch in Groß Siegharts bleibt es bei einem kurzen Gedenken vor dem Kriegerdenkmal.

Von Seiten der österreichischen Bischofskonferenz wird ermutigt, trotz der Einschränkungen die Gräber zu besuchen und für die Verstorbenen zu beten. Von größeren Familienzusammenkünften solle allerdings heuer Abstand genommen werden.

Abstände mussten heuer auch bei Begräbnissen eingehalten werden. Ein Problem, das eventuell auch Einfluss auf die Wahl der Bestattung hatte. „Der Trend in Richtung Feuerbestattung steigt“, berichtet der Vitiser Bestatter Roland Köck. Gerade während des Lockdowns hätten sich mehr Familien für die Urne entschieden, da Verabschiedungen nur im kleinen Kreis möglich waren. „Es hält auch die Option offen, eine größere Verabschiedung später nachzuholen.“

In jeder Hinsicht erleben wir gerade außergewöhnliche Zeiten. Für Dechant Josef Rennhofer sollten unsere Gebete zur Allerheiligen und -seelen nicht nur an die Verstorbenen gerichtet werden: „Die Lage ist mittlerweile schlimmer als im Frühjahr. Wir sollten auch für die Lebenden beten, die gerade besonders leiden.“

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