Lkws in Dobersberg: Entschärfung wird geprüft. Anton Dorfinger fordert in Schreiben an Landeshauptfrau Maßnahmen zum Schutz vor Lkw-Lawine in Dobersberg. Bezirkshauptmannschaft soll Situation beurteilen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 14. Januar 2021 (03:40)
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Die Transitlawinen aus dem Norden donnern trotz des Lockdowns durch die grenznahen Dörfer und Ortschaften – und keine Maßnahmen zur Entschärfung in Sicht: Das kritisiert Anton Dorfinger in einem Schreiben an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, welches der NÖN vorliegt.

Vorwurf: Kaum Kontrollen, Verkehrszählung an schwachen Tagen. So etwa würde durch Dobersberg auf der Straße eine Lawine von Holztransportern rollen, während die frühere grenzüberschreitende Bahnstrecke abgerissen wurde. Die Lastwägen könne man nicht einmal richtig kontrollieren, da es auf der Polizeiinspektion Dobersberg nur einen dafür qualifizierten Polizisten gäbe. Verkehrsmessungen würden von der Landesregierung nur an verkehrsschwachen Tagen wie Freitag, Samstag und Sonntag, nicht aber unter der Woche durchgeführt.

Straßenausbau statt Verkehrsberuhigung. Statt etwas zur Verkehrsberuhigung zu tun, seien Straßenbaumaßnahmen getroffen worden, welche die Lkw-Lawine noch verschlimmern. Durch das Gefälle an beiden Ortseingängen Dobersbergs werde die Lage noch verschlimmert, doch bei der Musikschule am Ortseingang gäbe es weder einen Zebrastreifen noch eine Geschwindigkeitsbeschränkung zum Schutz der Kinder. Auch eine gefährliche Firmenausfahrt habe auf eigene Kosten durch einen Spiegel entschärft werden müssen.

Bezirkshauptmannschaft soll Situation und Maßnahmen prüfen. Die NÖN konfrontierte den zuständigen Landesrat Ludwig Schleritzko mit der Problematik. Dieser habe, so die Stellungnahme aus dem Büro von Landesrat Schleritzko, den als Verkehrsbehörde zuständigen Bezirkshauptmann Günter Stöger anhand des Mails von Dorfinger um eine rasche Prüfung der Verkehrssituation und von Möglichkeiten für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ersucht.

220 Lkw pro Tag im Schnitt von Montag bis Freitag. Aufgrund einer früheren Beschwerde über die Holztransporte wurde bereits im Oktober und November 2020 auf der L67 eine Verkehrszählung durchgeführt. Der durchschnittliche tägliche Verkehr von Montag bis Sonntag betrug 740 Fahrzeuge in 24 Stunden, von Montag bis Freitag 947 Fahrzeuge in 24 Stunden, davon 220 Lkw.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2020 im Waldviertel an 18 Tagen Lkw-Schwerpunktkon trollen mit dem Landes-Prüfzug und der Landesverkehrsabteilung der Polizei durchgeführt. Damit gab es alle zwei bis drei Wochen einen derartigen Einsatz. Dazu kämen noch die laufenden Kontrollen durch die regionalen Polizeikräfte.

Bei den Schwerpunktkontrollen wurden laut Büro Landesrat Schleritzko insgesamt 326 Lkw kontrolliert, darunter auch Holztransporter. Rund 43 Prozent der Lkw waren mit keinen oder leichten Mängeln unterwegs, bei 41 Prozent lag ein schwerer Mangel vor, und bei 16 Prozent der Lastwägen wurden wegen Gefahr im Verzug die Kennzeichen abgenommen.

Im Zeitraum von 2015 bis 2020 wurden rund 17 Millionen Euro in die Verbesserung des Landesstraßennetzes im Bezirk Waidhofen investiert. Für 2021 ist ein weiterer Betrag in Millionenhöhe vorgesehen – Details zum Landesstraßen-Bauprogramm werden Ende Jänner präsentiert.