Überraschung für Ernst Wurz: Ein Buch zum Abschied. Eine besondere Überraschung hatten der ehemalige Waldviertel-Akademie-Geschäftsführer Christoph Mayer und der Autor und Journalist Reinhard Linke für Ernst Wurz bei seiner offiziellen Verabschiedung als Vorsitzender der Waldviertel Akademie in der „Anno Lignum“ Holzerlebniswelt parat: Ein von den beiden herausgegebenes Buch mit dem Titel „Ein Sprachrohr der Zivilgesellschaft. Die Waldviertel Akademie unter Ernst Wurz“.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. August 2021 (17:15)

Insgesamt 17 Autoren wirkten daran mit, darunter vor allem die Männer und Frauen der ersten Stunde der 1984 gegründeten Waldviertel Akademie. Zu sehen sind auch zahlreiche Fotos aus den Anfangstagen.

Ernst Wurz wusste von diesem Buchprojekt nichts. „Wir haben hinter deinem Rücken etwas vorbereitet“, sagte Mayer, nachdem ein Tisch mit den noch verhüllten Büchern auf die Bühne platziert worden war. Linke ließ den Nachdenkprozess Revue passieren – schließlich war es gar nicht so einfach etwas zu finden, was man einem Waldviertel Akademie Vorsitzenden schenken kann.

Schließlich sei man auf die Idee mit dem Buch gekommen. Neben den Gastbeiträgen galt es auch, Fotos aus den Anfangstagen der Waldviertel Akademie zu finden. Dabei habe man auch einige aus heutiger Sicht heitere Aufnahmen ausgegraben, unter anderem Bilder von Ernst Wurz mit langen Haaren und Bart.

Geheimhaltung: Keine schriftliche Einladung für Wurz

Während des gesamten Herstellungsprozesses galt es, Stillschweigen zu bewahren, um die Überraschung nicht zu verderben. Daher erhielt Ernst Wurz auch keine schriftliche Einladung zur Feier, denn darauf wäre im Programm die Buchpräsentation gestanden. Wie Mayer und LInke erzählten, habe sich Wurz über das Fehlen der Einladung gewundert und seine Frau gefragt, ob die Feier überhaupt stattfinden würde.

„Die Überraschung ist euch wirklich gelungen. Ich habe gerade durchgeblättert, die Fotos von mir mit Bart gibt es wirklich. Ich bin sprachlos“, merkte Wurz nach der Überreichung eines Exemplars an ihn an.

Landtagspräsident Karl Wilfing ging in seiner Festrede auf die gemeinsame Zeit ein, die er mit Ernst Wurz in der Jungen ÖVP verbracht hatte, inklusive einem knappen Rennen zwischen ihm und Wurz um das Amt des Landesobmanns, das schließlich Wilfing gewann. „Die Delegierten haben damals sozial entschieden. Die wussten, aus Ernst wird auch so etwas. Ich dagegen kann nur die Politik“, meinte Wilfing lachend.

Karl Wilfing lobte Wurz Rolle als Vernetzer

Er lobte Wurz in seiner Rolle als Verbinder und Vernetzer, der es geschafft hatte, viele Experten zu Veranstaltungen wie den Sommergesprächen ins Waldviertel zu bringen, die man zu dieser Zeit oft in Wien schwierig auf ein Podium gebracht hätte. „Ich glaube, dass es viele Ernst Wurze in den Regionen braucht, die auch Rückschläger verkraften und Diskussionen und KOnflikte aushalten und auflösen können“, meinte Wilfing. „Auf diese Weise bist du zu Mister Waldviertel geworden“, hob der Landtagspräsident hervor.

Auch der Waidhofner Bürgermeister Josef Ramharter (ÖVP) lobte den Einsatz von Ernst Wurz als Organisator zahlreicher Symposien, Ausstellungen und Veranstaltungen, und als Initiator verschiedener Bildungsinitiativen.

In einer Gesprächsrunde mit den Gründungsmitgliedern Karl Trischler, Wolfgang Müller-Funk, Peter Kampits und Ernst Wurz ließ man die Gründung der Waldviertel Akademie noch einmal Revue passieren, als ein ein Projekt, im Zuge dessen die Marke „Waldviertel“ praktisch erfunden und nach außen hin bekannt gemacht wurde.

Dank an Frau für Verständnis: "War nicht oft zu Hause"

Ernst Wurz war es ein besonderes Anliegen, neben all seinen Wegbegleitern jener Person Danke zu sagen, für die er aufgrund seiner Aktivitäten oft wenig Zeit hatte – seiner Frau Maria: „Ich möchte mich bei dir für dein Verständnis bedanken, dass ich nicht viel zu Hause war, auch wenn du manchmal geschimpft hast, warum ich so lange fort war“, sagte Wurz mit Tränen in den Augen.

Das Publikum zeigte sich von diesen persönlichen Worten sichtlich gerührt – und spendete Wurz tosenden Applaus.