Beschwerde über Müll im Waidhofner Stadtpark. Müll im Park von Waidhofen an der Thaya sorgte für Ärger bei NÖN-Leser. Vizebürgermeister Litschauer verspricht Abhilfe auch im Stadtgebiet.

Von Michael Schwab. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:15)

Zigarettenstummel am Gehsteig, Müll am Rasen und im Gebüsch: Ein NÖN-Leser beschwerte sich über das unappetitliche Erscheinungsbild des Stadtparks in der Gymnasiumstraße.

Flaschen, Dosen, Jausenpapiere ... und eine Schutzmaske

Beim NÖN-Lokalaugenschein bestätigten sich diese Schilderungen: Zigarettenstummel vor allem im Haltestellenbereich, leere Plastikflaschen im Gras oder bei den Sträuchern hinter der Haltestelle, nebst einer gebrauchten Schutzmaske, die jemand einfach auf die Wiese geworfen hatte.

Im Park selbst dann im Bereich der zahlreichen Mistkübel immer wieder leere Jausensackerl, Papier und Flaschen und Dosen direkt neben den Kübeln am Boden – beinahe so, als hätte sie jemand absichtlich daneben geworfen, so wie die Jausenreste, die rund um einen Baumstumpf lagen, wo der Verursacher nicht einmal den Versuch gewagt hatte, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Volle Küberl oder mutwillige Verschmutzung?

Für den zuständigen Stadtrat Martin Litschauer (IG) stellt sich die Frage, ob der Müll neben den Kübeln liegt, weil diese voll waren, oder ob hier mutwillige Aktionen der Jugendlichen, die den Park nach dem Unterricht oder in Freistunden stark frequentieren, schuld sind.

Dass möglicherweise übervolle Mistkübel ein Teil des Problems sein könnten, darauf deuteten einige überquellende Kübel im Bereich der Baustelle bei der Polytechnischen Schule hin – während im Rest des Parks eher gähnende Leere in den Mülleimern herrschte.

Müll-Entleerung wurde an Fremdfirma vergeben

„Grundsätzlich werden die Mistkübel im Stadtpark seit der Wirtschaftshof-Umstellung von einer Fremdfirma im Zuge einer festgelegten ‚Mistkübeltour‘ entleert. Es wäre möglich, dass es da noch Optimierungsbedarf gibt, aber dazu brauchen wir die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, ob es Tage gibt, an denen die Mistkübel überquellen, weil die Entleerungstermine nicht zum Zeitpunkt des größten Müllaufkommens passen“, räumt Litschauer ein. Die Reinigung der Grünflächen falle ebenfalls in den Aufgabenbereich der Fremdfirma.

Wenn Bürger Probleme feststellen, etwa einen überquellenden oder beschädigten Mistkübel, sei der Wirtschaftshof der richtige Ansprechpartner: „Die Leute dort haben den besten Überblick und wissen, wen sie kontaktieren müssen, um in solchen Fällen rasch Abhilfe zu schaffen.“

„Mülltourist“ entsorgt Hausmüll in öffentlichen Mistkübeln

Im Sommer habe es laut Litschauer außerdem ein Problem mit „Mülltourismus“ gegeben: Eine bezirksfremde Person habe ihren Hausmüll auf diverse öffentliche Mistkübel im Stadtgebiet von Waidhofen verteilt. „Das ging so lange, bis der Kofferraum leer war“, erzählt Litschauer.

„Das Problem dabei ist, dass die Mistkübel für solche Aktionen nicht gedacht sind, es gilt da ein Fairnessprinzip, und den Hausmüll darin zu entsorgen, womöglich noch ohne saubere Trennung, das geht gar nicht“, stellt Litschauer klar. Der zusätzliche Entsorgungsaufwand würde letztlich alle Bürger in Form höherer Müllgebühren treffen.

Zusätzliche Ascher für „Raucher-Hotspots“

Zigarettenstummel am Boden seien nicht nur in der Gymnasiumstraße ein Problem, sondern an mehreren Orten in der Stadt, unter anderem auch in der Innenstadt: „Es gibt exponierte Stellen, wo viel geraucht wird. In diesen Bereichen werden wir nachjustieren müssen, etwa mit zusätzlichen Aschern und Entsorgungsmöglichkeiten“, stellt Litschauer klar.

In der Innenstadt sei ihm das Problem selber aufgefallen, dass am Hauptplatz neben einem Mistkübel Zigarettenstummel liegen. „Das liegt daran, dass es dort keinen Ascher gibt. Und weil die Raucher nicht den Mistkübel in Brand setzen wollen, werfen sie die Zigaretten statt dessen auf den Boden“, schließt Litschauer aus seinen Beobachtungen.

Daher sollen im Budget für 2021 Mittel reserviert werden, um an „Problemstellen“ Ascher aufstellen zu können. Neben der Innenstadt sei auch die Gymnasiumstraße auf der Liste für diese Maßnahme.

 

UPDATE: Erklärung für volle Mistkübel bei Baustelle

Mittlerweile gibt es zumindest für die beim NÖN-Lokalaugenschein übervollen Mistkübel im Baustellenbereich eine plausible Erklärung seitens der zuständigen Baufirma Reissmüller: Da der Zutritt zur Baustelle meist durch Absperrgitter versperrt ist, bzw. durch Fahrzeuge und Baumaterial die Sicht auf die Kübel verstellt wird, dürfte die für die Entleerung zuständige Firma wahrscheinlich davon ausgegangen sein, dass die Kübel zum Baustellenbereich gehören und daher von der zuständigen Baufirma zu entleeren sind, zumal ein Zutritt ja in der Regel sowieso nicht möglich ist. Man werde die Zuständigkeit für die Entleerung klären.