Bahnstrecke: Verein fehlt Unterstützung. Divergierende Zahlen über die Kosten verwirren, Kleinregion will Entscheidung über Bahnbetrieb im März treffen.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 28. Februar 2018 (04:13)
Karl Wasinger (rechts), Obmann des Museumsbahnvereins Zwettl, wird langsam ungeduldig, weil die Bahnstrecke Schwarzenau-Waidhofen seit 2013 nicht mehr befahren werden durfte. Bürgermeister Reinhard Deimel und Bürgermeister Rudolf Hofstätter kooperieren mit dem Verein auch bei der Aufstellung von alten Loks und Waggons neben dem Radweg „Thayarunde“. Foto: Hannes Ramharter
Hannes Ramharter

Nicht zufrieden ist auch der Museumsbahnverein Zwettl, weil er seit 2013 die Strecke Schwarzenau-Waidhofen nicht benützen kann.

„Wir haben Fahrzeuge, haben investiert, aber keine Genehmigung, auf der Strecke zu fahren“, erzählt Karl Wasinger, Obmann des Vereins. Der Grund dafür dürfte in der Tatsache liegen, dass die Eisenbahnkreuzungen neu verhandelt wurden, nicht zuletzt um die für viele Autofahrer lästigen Stopptafeln wegzubekommen.

„Wenn die Strecke einmal zugewachsen ist, dann kostet dies so viel Geld, dass sich das niemand leisten kann“Karl Wasinger

Derzeit ist die Strecke Schwarzenau-Waidhofen vom Besitzer, der Niederösterreichischen Verkehrs-Organisationsgesellschaft (NÖVOG) laut Wasinger gesperrt, weil der Zustand angeblich schlecht ist.

Wie auch in anderen Bereichen kennt Wasinger aber andere Meinungen, nach denen die Strecke durchaus in einem guten Zustand sei, die Strecke aber wegen der Eisenbahnkreuzungen nicht zur Benützung freigegeben sei.

Der Museumsbahnverein hat auch ein Fahrzeug angekauft, mit dem man die notwendige Unkrautbekämpfung auf der Strecke durchführen kann. „Wenn diese nämlich einmal zugewachsen ist, dann kostet dies so viel Geld, dass sich das niemand leisten kann“, befürchtet Wasinger.

Androsch: Status der Eisenbahnkreuzungen wird überprüft

Eine Erhaltungsfahrt wäre trotz der Strecken-Sperre möglich, wenn dafür eine Versicherung vorhanden ist. Diese müsste laut Wasinger vom Pächter der Strecke, der Kleinregion „Zukunftsraum Thayaland“, abgeschlossen werden.

Auch über andere Kosten gibt es laut Wasinger entschieden unterschiedliche Meldungen, so etwa über die Wartung der Schrankenanlage in Waidhofen, bei der die Schätzungen von 100.000 Euro im Jahr bis 1.000 Euro gehen.

Reinhard Deimel, Obmann der Kleinregion, erklärt, dass eine Arbeitsgruppe für die Bahnstrecke eingerichtet worden sei, die unter dem Vorsitz von Nationalratsabgeordnetem Maurice Androsch stehe. Diese solle im März alles auf den Tisch legen und Entscheidungen treffen.

Das bestätigt in einem Telefonat mit der NÖN auch Maurice Androsch. „Wir sind dabei, den Status der Eisenbahnkreuzungen zu überprüfen. Wir brauchen neue Bewilligungen, unser Planer schaut sich die notwendigen Maßnahmen, die wir für touristischen Verkehr treffen müssen, an“, meint Androsch. Der Vorstand werde im März entscheiden, wenn man wisse, was das kostet.

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