Nachsende-Auftrag im Bezirk Waidhofen: Es geht doch . Sohn wollte für seine 96-jährige Mutter einen Nachsendeauftrag einrichten. Das sei nur mit elektronischer Unterschrift vor Ort möglich, lautete die erste Auskunft.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 23. Oktober 2020 (05:36)
Schrammel: „Das war leider eine Fehlinformation des Kollegen.“
Post

Eine 96-jährige Frau aus dem Bezirk Waidhofen und ihr Sohn hatten Schwierigkeiten, einen Nachsende-Auftrag für die Post einzurichten – und sind von einem Post-Mitarbeiter offensichtlich falsch informiert worden.

Post: Mutter muss persönlich erscheinen

Aber von vorne: Die 96-Jährige ist ins Pflege- und Betreuungszentrum Raabs gekommen, ihr Sohn wollte für sie den Nachsende-Auftrag einrichten. Ihm sei aber in der Postfiliale Waidhofen gesagt worden, dass seine Mutter persönlich erscheinen müsse, um am Tablet elektronisch unterschreiben zu können, erzählt er im NÖN-Gespräch. Er habe gefragt, ob man das nicht in Papierform erledigen könne. Das gehe nicht, habe die Antwort gelautet.

Aber er könne sich von seiner Mutter eine Postvollmacht geben lassen und dann den Nachsende-Auftrag einrichten. Aber: Die Mutter müsste zur Erteilung der Postvollmacht persönlich erscheinen, – weil eine Unterschrift am Tablet nötig ist.

Der Mann fühlte sich im falschen Film, habe sich einerseits geärgert, andererseits habe ihn die Situation auch amüsiert. Die NÖN fragte bei Kathrin Schrammel, Pressesprecherin der Post, nach: „Das war leider eine Fehlerinformation durch die Kollegin oder den Kollegen in der Filiale, wofür ich mich im Namen des Unternehmens ausdrücklich entschuldigen möchte.“

Sie erklärt, welche Wege die Post bereit hält: „Seit Corona gibt es eine Möglichkeit zur kontaktlosen Beauftragung von Onlineservices wie dem Nachsendeauftrag, auf unserer Webseite – entweder mithilfe des Post-Kundenservices oder mittels Online-Identifizierung via Video-Chat“, führt sie aus. „Zudem gibt es für Krankenhaus- oder Pflegeheimaufenthalte generell einen Sonderprozess über das sogenannte Notfallformular.“ Dieses Formular hat sie sogleich mitgeschickt, die NÖN-Redaktion hat dieses an den betroffenen Sohn weitergeleitet.

Die Abgabe in der Filiale sei möglich: „Eine Ausweiskopie als Identifikationsnachweis reicht“, sagt Schrammel. „Für die Unannehmlichkeiten, die Mutter und Sohn erlitten haben, möchte ich mich noch einmal aufrichtig entschuldigen.“

Der betroffene Mann nimmt es jetzt noch mehr mit Humor und bedankte sich für die Unterstützung.