Spatenstich: Eine Oase wird größer. Der Betrieb wächst schneller als gedacht. Freitag erfolgt der Startpunkt für den Zubau der Pumpenoase.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:00)
Widhalm
Der Spatenstich ist der einzige fixe Programmpunkt, ansonsten soll der Feierabend am Freitag gemütlich genossen werden können. Mit dabei (v.l.): Werner Dangl, Friedrich Puhm, Martin Dressler, Martin Muringer, Hannes Raabl, Andreas Zainzinger, Andrea Kaltenböck, Othmar Petjera, Carina Widhalm, Reinhard Bichl und Birgit Rafetseder.

2016 begann die Errichtung des Firmengebäudes, das seit 2017 Sitz der „Pumpenoase“-Handelsgesellschaft ist, – und schon packt man eine Erweiterung an. Das ging rasch, selbst für Geschäftsführerin Birgit Rafetseder.

„Wir haben schon im Zuge des Neubaus die zweite Halle dazugeplant, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht“, erklärt sie. „Lagermäßig bringen wir nichts mehr unter.“

Die Pumpenoase verfolgt nämlich das Ziel, so flott wie nur möglich ausliefern zu können; und da Länder wie Italien im Sommer eine Pause einlegen und der Vitiser Betrieb daher selbst an keine Produkte kommt, muss eben das Lager in Anspruch genommen werden.

„Wir dürfen nicht in die Fußstapfen der Großen treten, wir müssen unsere eigene Spur ziehen.“ Werner Dangl, seit vier Jahren Mitarbeiter der „Pumpenoase“

Ein Großteil könne innerhalb von ein bis zwei Tagen geliefert werden, das soll verbessert werden. Der Betrieb möchte sich damit herausheben. „Das macht unser Geschäft aus, wir sind damit flexibler“, führt Rafetseder aus. „Es sind nicht sehr viele Betriebe in Österreich, die so viele Produkte lagernd haben“, ergänzt ihr Vater Friedrich Puhm.

Die „Pumpenoase“ ist für 2.400 große wie kleine Installateure in ganz Österreich ein Zulieferer, spezialisiert auf Pumpen, Wasseraufbereitung und Heizungszubehör. Dazu gehören etwa Handgartenpumpen, die man bei Hausbrunnen sehen kann, Hauswasserwerke oder auch Raumtemperaturregler für Heizungen. 46 Prozent der Aufträge schaffen es bis zur Angebotslegung: „Das ist mehr als gut“, ist Puhm damit äußerst zufrieden.

Zubau könnte noch heuer aktiviert werden

Die 600 Quadratmeter große Lagerhalle – ein Stahlbau – entsteht neben der bestehenden und wird zwei Meter höher. Dazu kommt ein 300 Quadratmeter großes Büro samt Aufenthaltsraum für Mitarbeiter. Die Einreichung des Plans erfolgte im Mai, auf die endgültige Genehmigung wartet man noch. „Es sollte nichts schiefgehen“, ist die Chefin zuversichtlich. „Wenn alles gut geht, sollte Ende des Jahres alles stehen“, ergänzt Puhm. Das Sommerfest für die Mitarbeiter wird am Freitag für den Spatenstich genutzt, 300 Gäste werden erwartet.

Das Personal wird auf alle Fälle für die Lagerhalle aufgestockt, möglicherweise wird das Büroteam verstärkt. 17 Mitarbeiter, darunter einige Halbtagskräfte, umfasst der Betrieb. Die Geschäftsführung erachtet sie als wertvoll. „Uns ist wichtig, dass sie mit Freude in die Arbeit gehen“, betont Rafetseder. „Die ganze Kostenrechnung ist für unsere Mitarbeiter offen“, so können sie sehen, wo der Betrieb steht. Die Motivation ist offenbar sehr groß.

Pumpenoase HandelsgmbH
Rechts ist der bestehende Trakt ersichtlich, links entstehen weitere Büros, dahinter die zusätzliche Halle für lagernde Produkte.

Werner Dangl arrangiert auf einer Fahrt in den Urlaub schon einmal eine Lieferung für einen Installateur. Das werde von den Kunden geschätzt und genau „das macht Freude“, sagt er. Zwei Kunden habe man 2018 gewinnen können, weil der Betrieb als einer der wenigen über Weihnachten geöffnet hatte. „Wir haben das Wissen und wir können liefern“, benennt er die Stärken des kleinen Betriebes. „Wir dürfen nicht in die Fußstapfen der Großen treten, wir müssen unsere eigene Spur ziehen.“

Die Entstehung des Unternehmens ist schon ungewöhnlich: Puhm verlor seinen Job als Servicetechniker und Verkäufer, er hatte noch ein paar Jahre bis zur Pension vor sich. Seine Tochter hat ihn dazu motiviert, mit seiner Frau und den beiden Kindern die Pumpenoase zu gründen. „Sie sagte: Du kennst so viele Betriebe, mach selber etwas.“

2010 war die Gründung, zuerst eingemietet bei der Firma Appel. Drei Jahre habe es gedauert, bis niemand mehr zwischenzeitlich Bauchweh hatte. Warum hat man nicht alles hingeschmissen? „Wir haben gesehen: Es ist ein Erfolg da. Die Fixkosten waren schon im ersten Jahr gedeckt“, erzählt Rafetseder. Viel Arbeit stecke dahinter, aber auch viel Glück. „Es hätte viel schief gehen können.“ Die Familie habe anfangs nicht geglaubt, dass die Idee so gut aufgeht.

Knapp sechs Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet der Betrieb heute. „Wir haben jedes Jahr eine Steigerung, irgendwann wird sich’s einpendeln“, will sie kein Wachstum um jeden Preis. „Die Qualität muss passen“,das ist ihr wichtiger.