Von Bluespumpm bis zu Kastanienbäumen. "Woody Melectric" und "Freischwimma" gaben im Igel Unkonventionelles, Nachdenkliches und Witziges zum Besten.

Von Michael Schwab. Erstellt am 06. Mai 2015 (05:05)
NOEN, Michael Schwab
Einen ordentlichen »Brachoida« servierten die »Freischwimma«: Stefan Haslinger, Matthias Ledwinka, Alexander Würrer, Alexander Lausch und Florian Kargl.

Zwei Fliegen auf einen Schlag, oder etwas poetischer auf Englisch „Two Birds With One Stone“ - unter diesem Motto stand der Samstagabend im Igel.

Mit „Woody Melectric“ und „Freischwimma“ standen zwei über die Grenzen hinaus bekannte Waldviertler Bands bei einem Konzert auf der Bühne. Den Anfang machten „Woody Melectric“, die im Igel ihr neues Album „Endlich daham“ präsentierten, in dem bis auf eine Covernummer ausschließlich auf Deutsch gesungen wird. Nach einem unkonventionellen Konzertbeginn mit der Vorführung des ersten Musikvideos der Band zum Song „Puls am Zenit“ folgte gleich der Titelsong des neuen Albums, der von Bassist Wolfgang Frosch geschrieben wurde.

Fröhlich, druckvoll, laut und hell - mit diesen Attributen ließ sich die neue Fassung von „Yes To The Sun“ („Ja zur Sunn“) beschreiben. Ein Höhepunkt war sicherlich die Neuinterpreation der alten Bluespumpm-Nummer „Hörst du das Rauschen des Baches?“, in dem sich einprägsame Gitarren-Riffs mit starken Bässen, welche bluespumpm-typisch die Sitzflächen der Sessel erzittern ließen, und psychedelisch anmutendem Gesang von Sonja Schneider, abwechselten.

Kinderchor trat auf

Selbst ein fünfköpfiger Kinderchor hatte beim Song „Lied“ einen Auftritt. Unkonventionell und abseits aller Schubladen ging es im zweiten Teil des Abends mit „Freischwimma“ weiter.

Ganz dem Titel des aktuellen Albums entsprechend, servierte die fünfköpfige Band um Frontmann Florian Kargl dem Publikum einen ordentlichen „Brachoida“. Dahinter verbargen sich in Musik verpackte Emotionen und Alltagsweisheiten, eiskalt und frech serviert, ob undichte Fenster, die Frage, wo der Hund begraben liegt, oder auch die Feststellung „Na, des pock i net“. Musik aus dem Bauch heraus, mit nachdenklichen bis witzigen Texten prägte den gesamten Auftritt.

Dass die „Freischwimma“ stiloffen sind, stellten sie am Ende des Konzerts mit einem Reggae unter Beweis. Als Zugabe wurde der „Schweinsbraten“ serviert, samt einer lässigen Bierbestellung von Florian Kargl, einem mit der Gitarre am Boden knieenden, in der Musik aufgehenden Alexander Lausch und einem tollen Orgel-Solo von Stefan Haslinger. Kargl rieb sich zum Schluss den Bauch und rief laut „Mahlzeit“. Dass es dann auch noch die Kastanienbäume im Stadtpark als Klassiker-Nachschlag gab, gehörte nach dieser Performance dann einfach zum guten Ton.