Waidhofen/Thaya: Länger parken und Pläne für Friedhof

Bürgermeister will digitales Bezahlmodell für Kurzparkzone und greift FPÖ-Idee für Verabschiedungshalle auf.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:57
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Pläne Waidhofen
Bürgermeister Josef Ramharter (ÖVP) sprach mit der NÖN über Zukunftsprojekte für die Stadt Waidhofen.
Foto: Michael Schwab

Konstruktives Arbeiten statt Streit, neue Ideen und auf Zukunftstrends setzen: Geht es nach den Plänen von Bürgermeister Josef Ramharter (ÖVP), soll die Stadt Waidhofen moderner werden. Dabei hört er auch auf Ideen der Opposition.

Bestes Beispiel dafür ist die Errichtung einer Verabschiedungshalle am Friedhof, ein Projekt, das von der zuständigen FPÖ-Stadträtin Ingeborg Österreicher mit viel Einsatz verfolgt wird. „Wir wollen hier einen Architekturwettbewerb machen, für eine zeitgemäße Verabschiedungshalle, die Angehörigen aller Konfessionen offen steht. Auch Stadtpfarrer Josef Rennhofer steht voll hinter dem Projekt“, sagt Ramharter. 2022 soll die Planung erfolgen, Ende 2022 die Ausschreibung, und 2023 dann der Baustart.

In der Kurzparkzone will der Bürgermeister auf Digitalisierung und eine kostenpflichtige Verlängerung der Parkdauer setzen: „Die Idee wäre, dass bestimmte Einrichtungen wie das Stadthotel oder der Zahnarzt, wo es öfter erforderlich sein kann, länger als zwei Stunden zu parken, ihren Kunden einen Chip geben können, mit dem sie gegen Entgelt länger ihren Parkplatz reservieren können. Das wäre dann auch von der Parkraumüberwachung leicht zu kontrollieren.“

Ramharter gehe es darum, die vorhandenen Parkplätze effizient zu bewirtschaften, ohne die Bürger und Besucher der Stadt mit Strafen zu sekkieren. „Ich denke, es ist sinnvoller, ein paar Euro zu zahlen, wenn man länger parken will, als gleich eine wesentlich teurere Parkstrafe zu kassieren“, meint Ramharter.

Für die Verwaltung schwebt ihm eine Vertragsverwaltungs-Software mit einem Fristmanagement vor – dadurch soll ein unabsichtliches Versäumen von Fristen vermieden werden. Im Energiebereich will Waidhofen auf mehr Photovoltaik setzen. Zu den bestehenden Anlagen auf dem Stadtsaal, dem Kindergarten 1 und der Sporthalle – insgesamt 55 kWp – sollen weitere 50 kWp, aufgeteilt auf das Feuerwehrhaus, den Wirtschaftshof und den Kindergarten in Hollenbach hinzukommen.

Heimatsleitn muss noch warten

„Wir installieren die Anlagen dort, wo wir tagsüber einen entsprechenden Stromverbrauch haben, um möglichst viel des erzeugten Stroms gleich selber zu verbrauchen, statt ihn ins Netz einzuspeisen“, betont Ramharter. Auch am E-Car-Sharing des Zukunftsraums Thayaland will die Stadtgemeinde Waidhofen teilnehmen: „Damit unsere Angestellten bei Dienstreisen elektrisch unterwegs sein können.“

„Bitte warten“ heißt es hingegen nach wie vor beim Siedlungsprojekt „Heimatsleitn“. Zwar sind einige Grundankäufe geplant (370.800 Euro laut Voranschlag), doch Bauplätze wird es dort 2022 noch nicht geben. „Wir haben hier noch einige Dinge, wie die Verkehrsanbindung, zu klären. Es sollte auch ein ökologisches Vorzeigeprojekt sein, und da ist es fraglich, ob dazu eine millionenteure Brücke direkt ins Stadtgebiet gehört“, gibt Ramharter zu bedenken. Insgesamt bewertet der neue Bürgermeister die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner IG Waidhofen und den beiden Oppositionsfraktionen SPÖ und FPÖ als konstruktiv und sachlich. Beim Budget hat Ramharter eine klare Linie: „Ich arbeite mit Steuergeld, damit muss man so effizient und sparsam wie möglich im Sinne der Bürger umgehen.“

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