„Vorzeigeprojekt in unserer Gemeinde“. Kläranlage | „Unsere Genossenschaft ist eine Einheit, es gab zwar Diskussionen, aber keine echten Streitereien“, betonte Jetschko.

Von Michael Schwab. Erstellt am 17. Juni 2014 (23:59)
NOEN, Michael Schwab
Vor der Einhausung der Kläranlage in Puch: Bürgermeister Robert Altschach, Klärwärter Gerhard Polly, Planer Herbert Steinbacher, Stadtpfarrer Josef Pichler, Markus Hora, Silvia Fuchs, Franz Dungler, Markus Gehmer, Karl Uitz, Bernhard Höbinger, Abwassergenossenschafts-Obmann Alois Jetschko und Günther Prokopp.

PUCH / Die seit 2011 im Betrieb befindliche und seit 2012 fertig eingehauste Kläranlage in Puch wurde am 14. Juni mit einem kleinen Festakt eingeweiht.

Nach einem Informationsabend der Stadtgemeinde Waidhofen im Jahr 2006, bei dem die Abwasserplanung der Gemeinde vorgestellt wurde, hatten die Pucher beschlossen, ihre Abwasserentsorgung selbst in die Hand zu nehmen. Dazu wurde 2007 die Abwassergenossenschaft Puch gegründet. Ein Vertrag mit der Stadtgemeinde Waidhofen regelte die Übernahme des bestehenden Regenwasserkanals in die Genossenschaft. Am 20. September 2010 starteten die Bauarbeiten für die rund 2.000 Laufmeter Schmutzwasserkanal und die Kläranlage, welche vollständig biologisch mit zwei Reaktoren, in denen Bakterien und andere Mikroorganismen die Abfälle abbauen.

Ausgelegt ist die Anlage auf 160 Einwohner, was bei den rund 120 Einwohnern von Puch eine gewisse Reserve bietet. „Durch die zweistraßige Ausführung mit zwei Reaktoren ist es bei Wartungsarbeiten kurzfristig möglich, mit nur einer Anlage zu arbeiten. Dadurch wird eine höhere Betriebssicherheit geboten“, erklärte der Anlagenplaner Herbert Steinbacher bei der Einweihung.

„Ich habe mich nie als Obmann gefühlt, der alleine entscheidet, sondern immer als Teil der Gruppe!“

Alois Jetschko, Obmann der Abwassergenossenschaft in Puch

„Die Pucher Bevölkerung hat als erste Katastralgemeinde beschlossen, die Abwasserentsorgung in die eigenen Hände zu nehmen, und ist damit ein Vorzeigeprojekt in unserer Gemeinde“, fand Bürgermeister Robert Altschach in seiner Ansprache lobende Worte. Auch der Vertrag zur Übernahme der bestehenden Regenwasserkanalisation sei damals in Niederösterreich ein Novum gewesen, und nun beispielgebend für andere Kommunen.

Abwassergenossenschafts-Obmann Alois Jetschko bedankte sich bei den Genossenschaftsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. „Unsere Genossenschaft ist eine Einheit, es gab zwar Diskussionen, aber keine echten Streitereien. Ich habe mich nie als Obmann gefühlt, der alleine entscheidet, sondern immer als Teil der Gruppe“, betonte Jetschko.

Im Anschluss an die Ansprachen segnete der Groß Sieghartser Stadtpfarrer Josef Pichler die Anlage. Danach führte Klärwärter Gerhard Polly interessierte Besucher durch die Betriebsräume. Die Anlage kostete insgesamt rund 864.000 Euro, von den 52 Liegenschaften in Puch sind 50 an die Kanalisation angeschlossen.