40. Internationales Musikfest besticht durch Flair. Das war es: das 40. Internationale Musikfest im „Original-Thayapark“.

Von Michael Schwab. Erstellt am 03. Juli 2019 (09:51)

So wurde auch eines anderen Jubiläums gedacht und im Geiste des legendären Woodstock-Festivals gewandelt, welches vor 50 Jahren eine Ära des Nonkonformismus und Kultur(er)lebens losgetreten hat.

Wie in den letzten Jahren bemühte sich das Team des Folk-Clubs gemeinsam mit dem Salon Ditta um ein breites Spektrum an Kunst und Kultur, das - neben zwei Bühnen, geschmückt mit Musik, Literatur, Theater und bildender Kunst - durch ein reichhaltiges Rahmenprogramm von Kinderinsel über Sautrogrennen bis zu kulinarischen Exkursen rund um Forelle und Palatschinke reichte.

Eine bunte Mischung an Künstlern

Es wurde dem Bestreben, alte Freunde einzuladen, genauso Genüge getan, wie auch dem steten Ansinnen, neue und junge Künstler auf die Bühe zu bringen. Weltklasse-Pianist Jasper Van’t Hof traf auf Österreichs Saxophon-Star Harry Sokal - eine vielbejubelte Premiere. Branko Galoic und Francisco Cordovil – zwei Gitarren-Giganten – verschmolzen Balkan Roots, Flamenco- und Fadoeinflüsse zu einer explosiven Mischung.

Skeptische Neugierde herrschte vor „Austrofred liest“. Einer der besten Freddie-Mercury-Impersonatoren Europas mit Austropop-Wiederbelebungsverkündigungsauftrag hypnotisierte jedoch die dicht gedrängte Klientel der vergrößerten Thayabühne durch alpenprovinzielle Kontroverse, verkörpert im Traditionsbewusstsein mit Faible für antikommerzialisierende Watschen.

Betsayda Machado & Parranda El Clavo brannten mit venezolanischen Feuer schon frühabends die Hauptbühne ab und kurierten mit hochgeschraubtem Antigravitationsregler so manche alpenländische Schwerfüßigkeit. Anschließen konnte da nur feurige argentinische Progressivität mit traditionellen Einflüssen, um Essenzen von Folk bis Rap zu inkludieren. „Fémina“ nennt sich das südamerikanische Frauentrio mit erhöhtem Stärkegrad.

Die „Grenz-Sprenger“ „Alma“ zogen der traditionellen Volksmusik ein modernes Outfit an und sorgten damit in der Kleinstadt für Großstadttauglichkeit. Die „40th Anniversary Folk-Club Elephant Memory Band“ schlug mit ihrem Elefanten-Gedächtnis die 40-Jahre-Waidhofen–50-Jahre-Woodstock-Brücke.

Mastermind Herbert Höpfl sprach zum treuen „Folkfest-Publikum“: „Vieles hat sich verändert in den letzten 40 Jahren. Doch drei Dinge sind gleich geblieben: der Spirit, der Spirit und der Spirit.“ Ach ja, eines war da noch: der Spirit.