Bauarbeiten im Therapiezentrum Nordstern abgeschlossen. Renovierung des ehemaligen Golfhotels ist weitgehend fertig, nun müssen Behördenverfahren abgewartet werden. Zentrum bietet 24 Arbeitsplätze.

Von Michael Schwab. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:00)
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Ralf John in einem der hell eingerichteten Therapieräume.

Lange Zeit gab es Rätselraten um die Pläne und Vorgänge im ehemaligen Golfhotel. Nach einem ersten exklusiven Einblick war klar: Dort entsteht ein Therapiezentrum für psychische Erkrankungen. Nun gibt es wieder Neuigkeiten: Das Zentrum wird „Nordstern“ heißen und sich vor allem auf Sucht- und Burnout-Erkrankungen spezialisieren.

Die Bau- und Renovierungsarbeiten des durch jahrelanges Leerstehen schwer in Mitleidenschaft gezogenen Hotels (die NÖN berichtete) sind großteils abgeschlossen, berichtet Josef Pergrin, Geschäftsführer der Property Stewardship GmbH, welche das ehemalige Golfhotel erwarb. „Die Prognose, dass die Kosten der Wiederherstellung den Kaufpreis (einen siebenstelligen Betrag, Anm.) übersteigen werden, hat sich bewahrheitet. Glücklicherweise sind aber keine weiteren Schäden zutage getreten“, fasst Pergrin zusammen.

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Psychotherapeut Ralf John und Josef Pergrin im wieder hergerichteten Café des ehemaligen Waidhofner Golfhotels.

Was jetzt noch fehlt, sind kleinere Abschlussarbeiten und die Außenanlagen. Die eigentliche „Baustelle“ ist nun aber der Erhalt der nötigen behördlichen Bewilligungen und die Verhandlungen mit den Sozialversicherungsträgern, wobei laut Pergrin hier von beiden Seiten Interesse an einer Lösung besteht. Im Therapiezentrum „Nordstern“ sollen Menschen mit Burnout- und Suchtproblemen sein, die mit professioneller, langfristiger Hilfestellung ihr Leben wieder in den Griff bekommen sollen.

„Es fehlen in Österreich stationäre Langzeitbetreuungseinrichtungen. Die meisten Therapieformen sind auf sechs bis acht Wochen angelegt. Das reicht aber oft nur für eine kurzfristige Stabilisierung der Patienten. Die Folge sind Rückfälle“, erläutert der Psychotherapeut Ralf John beim Rundgang durch das Gebäude. Das Therapiezentrum soll diese Lücke schließen: „Wenn die Leute bei uns rausgehen, soll es so sein, dass sie vor Energie die Welt niederreißen wollen“, betont John.

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Die Hotelzimmer wurden wieder auf Vordermann gebracht.

Die Langzeit-Therapie sei erfolgreicher und durch die breite Aufstellung des Therapiezentrums mit verschiedenen Behandlungsmethoden sei es möglich, besser auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Der Aufenthalt geschieht auf freiwilliger Basis.

Die Planungen für das Therapiezentrum reichen bis ins Jahr 2010 zurück, als Pergrin und John begannen, darüber nachzudenken, was man besser machen könnte, um Leuten, die psychische Betreuung benötigen, besser helfen zu können. „Wir haben uns verschiedene Einrichtungen angesehen und für uns mitgenommen, was uns gefällt“, sagt Pergrin.

Interesse an den 80 Therapieplätzen sei jedenfalls schon vorhanden, der Plan ist weiterhin eine Eröffnung noch in diesem Jahr. Besser als erwartet gestaltete sich die Personalsuche für die insgesamt 24 Arbeitsplätze im Therapiezentrum, vom Psychiater über Therapeuten bis zu den Sozialarbeitern: „Fast das gesamte Personal kommt aus der Umgebung, das sind größtenteils Leute, die vorher gependelt sind. Wir setzten sowohl auf erfahrenes Personal, auch über 50, und gleichzeitig junge, dynamische Mitarbeiter“, betont Pergrin.

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