Betrieb in neuem VTW-Werk soll bereits im April starten. Halle des VTW-Werks in Waidhofen an der Thaya so gut wie fertig. Nach Bodenplatte kommen Maschinen, im April soll Produktion starten.

Von Michael Schwab. Erstellt am 25. November 2020 (05:25)

Große Fortschritte macht die Errichtung des Werks der VTW GmbH: Stand man beim Spatenstich Mitte August noch vor einer bis auf ein paar Erdhügel leeren Fläche, ist jetzt, nur drei Monate später, die Gebäudehülle der Produktionshalle so gut wie fertig.

Gebäude bis Monatsende dicht

„Bis Ende November werden Hülle und Dach dicht sein, Anfang Dezember werden wir mit dem Betonieren der Bodenplatte beginnen können“, berichtet Geschäftsführer Manfred Schinko. Dabei sorgte das feuchte Wetter durchaus für Herausforderungen: „Wir mussten aufgrund der Feuchtigkeit zu Beginn eine Bodenstabilisierung durchführen, das führte zwar zu Mehrkosten von 130.000 Euro, aber zu keinem Zeitverlust.“

Der Stahlbau konnte daher plangemäß starten. Mittlerweile haben die Vorbereitungsarbeiten für die Bodenplatten-Betonierung begonnen, auch die Baustellenbeleuchtung im Inneren wurde bereits hergestellt. Die Trafos, die 22-Kilovolt-Netzübergabestation, Fenster und Türen wurden ebenfalls schon geliefert. In der kommenden Woche soll auch die Glasfassade errichtet werden.

„Parallel dazu wird der Mit arbeiterparkplatz angelegt, auch der Löschteich ist schon foliert worden“, ergänzt Schinko. Sobald die betonierte Bodenplatte ausgetrocknet ist, wird eine Bodenbeschichtung aufgebracht. Dann geht es Schlag auf Schlag: „Mitte oder Ende Februar werden die ersten Maschinen geliefert, im April wollen wir starten.“

Verträge mit Mitarbeitern für Start stehen bereits

Rund 20 große Spritzgussmaschinen und 15 bis 20 kleinere Maschinen werden in der Produktionshalle ihren Platz finden.

Mit den für den Start erforderlichen Mitarbeitern hat die VTW GmbH schon fixe Verträge abgeschlossen: Aktuell sind dies 23 Vollzeit- und sechs bis sieben Teilzeit-Mitarbeiter – letztere werden beim Produktionsstart in Vollzeit einsteigen.

Bis zum zweiten Quartal 2021 sollen weitere 25 Mitarbeiter hinzukommen. Überwiegend handelt es sich um Ex-KTW-Husky-Mitarbeiter, auf deren Know-how die VTW zurückgreifen will.

Arbeit an Projekten angelaufen, Technik ersetzt Dienstreisen

Auch wenn bis zum Start noch ein paar Monate Zeit sind, wird bereits jetzt gearbeitet: Über 40 Projekte werden gemeinsam mit der indischen Firma Vasantha Tool Crafts, die Hauptinvestor für das 12 Millionen Euro teure Werk in Waidhofen ist, für europäische Kunden abgewickelt. In Corona-Zeiten bedeutet das für die Projektleiter tägliche Videokonferenzen mit den Kunden und mit Indien.

„Wir haben dadurch, dass wir von Anfang an massiv auf digitale Technik gesetzt haben, gut vorgesorgt. So haben wir zum Beispiel Datenbrillen, mit denen man live bei einer Abmusterung dabei sein kann. Das spart Zeit, Kosten und ist wesentlich flexibler, auch aus Kundensicht“, erklärt Schinko. Seine Mitarbeiter arbeiten teilweise im Homeoffice und wechseln sich im Büro ab, das sich nach wie vor in Vitis befindet.

Die Erfahrungen mit diesem Modell sind auch in die Gestaltung der Büros in Waidhofen eingeflossen: „Im Vergleich zur Erstplanung haben wir viel Stauraum eliminiert, wir werden in der Produktion papierlos arbeiten.“

Automatisierung: Betrieb rund um die Uhr mit nur einer Schicht

Auch bei den Maschinen setzt die VTW GmbH auf Vernetzung und Automatisierung. Mitarbeiter müssen dann nicht mehr ständig neben der Maschine stehen. „Das bedeutet mehr Flexibilität und auch eine abwechslungsreichere Tätigkeit. Es geht dann mehr darum, den Maschineneinsatz optimal zu managen“, sagt Schinko.

Tagsüber sollen die anspruchsvollen Aufträge erledigt werden, in der Nacht und am Wochenende laufen die Maschinen automatisch.

Kommt es zu einer Störung, reagiert das System intelligent und macht mit einem anderen Teil weiter, anstatt alles abzuschalten. Dadurch wird die Zeit bis zur Störungsbehebung optimal ausgenutzt. „Unser Ziel ist es, mit einer Schicht die Maschinen 24 Stunden, sieben Tage die Woche laufen zu lassen“, kündigt Schinko an.