Galerie am Hauptplatz: Neugier ist erwacht. Auch weniger kunstaffine Leute zeigen Interesse. Nächste Ausstellung am 17. August von Eleonore Hettl.

Von Michael Schwab. Erstellt am 08. August 2019 (04:54)
Michael Schwab
Die künstlerische Leiterin der Galerie am Hauptplatz, Judith Exel, mit der Waldviertler Künstlerin Eleonore Hettl, die als nächste Künstlerin in Waidhofen ausstellen wird.

„Genau so etwas hat der Stadt bisher gefehlt“, resümiert Judith Exel, die künstlerische Leiterin der neuen, Ende Mai eröffneten Galerie am Hauptplatz.

Mittlerweile neigt sich die zweite Ausstellung – mit Werken von Lydia Dürr – ihrem Ende zu, und die ersten Erfahrungen hinsichtlich Anklang in der Bevölkerung sind durchwegs positiv. „Offensichtlich ist auch bei Leuten, die weniger kunstaffin sind, die Neugier erwacht. Menschen gehen an der Auslage vorbei, schauen hinein, sehen mich bei der Arbeit und betreten schließlich die Galerie. Die Leute freuen sich, einen Ansprechpartner zu haben, der ihnen etwas über Kunst, Technik und den Zugang zu zeitgenössischer Kunst erklären und Laienfragen beantworten kann“, sagt Exel im NÖN-Gespräch. Denn sie ist nicht nur für die Galerie verantwortlich, sondern übt auch ihre künstlerische Tätigkeit dort aus.

„Einmal war eine Dame mit ihrem Hund da, sie hat sich neben mich gesetzt, und wir haben eineinhalb Stunden geplaudert, während ich gezeichnet habe. Sie meinte dann, es sei zwar schade, das Ende der Zeichnung nicht mehr sehen zu können, aber es sei eine interessanter Erfahrung für sie gewesen“, erzählt Exel.

Nächste Ausstellung ab 17. August

Das Feedback der Besucher sei bis jetzt stets positiv gewesen. Auffällig ist die große Zahl an Radfahrern aus „aller Herren Länder“, welche in der Galerie vorbeikommen. Aber auch die Waidhofner nehmen das neue Kulturangebot gerne an. „Es gibt Menschen, die mehrmals kommen“, erzählt Exel.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die nächste Ausstellung – jene von Eleonore Hettl, die am 17. August eröffnet werden wird. Eleonore Hettl, 1949 in St. Pölten geboren, lebt seit 27 Jahren mit ihrem Mann im Waldviertel in einem ehemaligen Gasthaus. Besonders das Waldviertel und die Toskana liegen der impulsiven Malerin am Herzen. Sie malt seit ihrem 14. Lebensjahr, seit 1980 ist sie freischaffend tätig. Oft mietet sie gemeinsam mit Künstlerkollegen für mehrere Wochen ein Haus in Italien, um dort arbeiten zu können.

„Ich male nur nach Skizzen und vor Ort, mit Fotos kann ich nichts anfangen“, sagt Hettl über ihre Arbeitsweise. Die Ausstellung mit rund 60 Werken auf Leinwand ist ihrem 70. Geburtstag gewidmet.