Gerald Lamatsch hat ein großes Herz für Oldtimer. Der passionierte Radfahrer Gerald Lamatsch kam über Oldtimer-Treffen auf den Geschmack für alte Fahrzeuge. Er besitzt davon sowohl Ein- als auch Zweispurige.

Von Michael Schwab. Erstellt am 16. Mai 2019 (04:48)
Michael Schwab
Alt und neu: Gerald Lamatsch mit seinem VW Käfer und seiner neuesten Errungenschaft, einem Fiat 500.

Wenn Gerald Lamatsch einmal zu Fuß oder mit dem Auto in Waidhofen unterwegs ist, erntet er verwunderte Blicke: „Die Leute fragen, ob mein Rad kaputt ist.“

Der ehemalige Waidhofner Straßenmeister ist nämlich ein passionierter Radfahrer, der bei jedem Wetter – auch im Winter – mit dem Drahtesel unterwegs ist. Und wenn es einmal nicht das Fahrrad ist, greift Lamatsch gerne zum Schlüssel seines 45 Jahre alten, grünen VW Käfers (Baujahr 1974). Alte Fahrzeuge, sowohl ein- und zweispurig, mit und ohne Motor, haben es ihm angetan. „Ich kam über Oldtimer-Treffen auf den Geschmack“, erzählt Lamatsch, wie er in die Oldtimer-Szene hineingewachsen ist.

Er hat gerade sein 63 Jahre altes Motorrad und sein Puch-Moped Baujahr 1975 fit für die heurige Saison gemacht. „Ich bin mir sicher, die springen beide ohne Schwierigkeiten an“, verspricht er, und betätigt den Kickstarter der Puch. Nach ein paar Versuchen springt der Motor an und nimmt sofort sauber Gas an. Einer Ausfahrt steht also nichts mehr im Wege.

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Dieses Rad stammt aus der Zeit um das Jahr 1900.

„Alle meine Fahrzeuge sind angemeldet und betriebsbereit, haben alle das Pickerl“, ist Lamatsch stolz. Natürlich müsse man viel Zeit investieren, um die Fahrzeuge in einem Top-Zustand zu erhalten: „Man muss immer dran sein und gleich handeln, wenn etwas zu rosten beginnt.“ Schon als Jugendlicher schraubte Lamatsch gerne an Mopeds herum und eignete sich so die nötigen handwerklichen Fertigkeiten an.

Auch alte Traktoren haben es ihm angetan. Einen 1953er 15er-Steyr hat er selbst in seiner Scheune restauriert. Er besitzt auch einen Ferguson Baujahr 1967, der regelmäßig im Arbeitseinsatz steht, wenn er etwa für seinen Sohn, der Sportlehrer ist, Turngeräte transportiert.

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Gerald Lamatsch auf seinem Puch-Moped, das wie am ersten Tag glänzt.

Besonders stolz ist Gerald Lamatsch auf sein über 100 Jahre altes Rad, das aus der Zeit um 1900 stammt und voll funktionsfähig ist. Am anderen Ende des Spektrums steht ein E-Bike, das Lamatsch 2010 zum 70. Geburtstag geschenkt bekam. „Ich fahre damit aber nur wenig, gerade genug, damit der Akku nicht kaputt wird. Solange ich körperlich in der Lage bin, setze ich auf reine Muskelkraft“, gesteht Lamatsch. Selbst Schnee hält ihn nicht vom Radfahren ab. „Für die Tage, wo die Straßen heftig gesalzen sind, habe ich ein altes Campingrad. Das ist total verrostet, aber nach wie vor verkehrstüchtig“, sagt Lamatsch über sein einziges Fahrzeug, wo ihn Rost nicht stört.

Für weitere Fahrten hat er noch einen 14 Jahre alten VW Touran in der Garage und als neueste Errungenschaft einen roten Fiat 500: „Das ist ein toller kleiner Flitzer“. Insgesamt fährt Lamatsch rund 3.800 Kilometer pro Jahr mit dem Rad, davon ca. 800 in Wien: „Meine Frau benutzt die U-Bahn, ich nehme das Rad. Manchmal bin ich damit schneller“.