Husky-KTW: Jobbörse für Gekündigte. Rund 70 Mitarbeiter trafen auf 21 Unternehmen aus dem gesamten Waldviertel.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 11. September 2019 (04:04)
G. Muthsam
Herbert Rauch, Stefan Gaupmann, AK NÖ-Präsident Markus Wieser, Edith Zach, Christian Bäuchl, Brigitte Wagenstein, AMS NÖ-Chef Sven Hergovich und Verena Fida bei der Jobbörse für Husky-Mitarbeiter.

196 Beschäftige sind vom Personalabbau der Firma Husky-KTW betroffen. 60 Mitarbeiter haben bereits das Unternehmen verlassen und einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Für rund 70 Husky-KTW-Mitarbeiter, die mit Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren werden, organisierte das AMS Waidhofen mit dem Husky-Betriebsrat und der Arbeiterkammer am Freitag eine Jobbörse.

Dabei konnten 21 Unternehmen aus dem gesamten Waldviertel mit Personalbedarf in verschiedenen Branchen kennengelernt werden. Unter anderem konnten die Interessenten mit Vertretern der Firma Hartl Haus, Lagerhaus Waidhofen und GLS Tanks Produktion erste Gespräche führen und nach Möglichkeit fixe Dienstverhältnisse vereinbaren.

„Besonders wichtig ist, dass die betroffenen Mitarbeiter die bestmögliche Unterstützung bekommen“ AK-Präsident Markus Wieser

Bei den Husky-Mitarbeitern handelt es sich großteils um Werkzeugmacher beziehungsweise Werkzeugbautechniker zum Teil mit Meisterprüfung, sowie Lagermitarbeiter und Bürokräfte. Auf das Kennenlernen der möglichen neuen Dienstgeber wurden die Mitarbeiter gut vorbereitet. Das AMS Waidhofen bot im Vorfeld Workshops zur Erstellung von Lebensläufen an und gibt darüber hinaus bei Bedarf auch innerhalb der Firma Unterstützung.

Jene Personen, bei denen eine rasche Vermittlung nicht gelingt, haben die Möglichkeit, in eine Unternehmensstiftung einzutreten und eine zukunftsweisende Qualifizierung zu erhalten. „Die Kosten für diese Ausbildung übernimmt das Unternehmen, das AMS sorgt während dieser Zeit mit dem Stiftungsarbeitslosengeld für die Existenzsicherung“, erklärt AMS NÖ-Chef Sven Hergovich. „Es ist besonders wichtig, dass die betroffenen Mitarbeiter die bestmögliche Unterstützung bekommen“, meinte AK NÖ-Präsident Markus Wieser. Die Verkündung der Schließung der Produktion am Standort sei ohne wirtschaftliche Notwendigkeit erfolgt, erinnerte Wieser. Nach dem erfolgreich ausverhandelten Sozialplan solle die Jobbörse eine weiterer Schritt in eine positive Zukunft der Mitarbeiter sein.

Betriebsratsvorsitzender Markus Schmid beklagte zuletzt das abgeklungene Engagement der Politik für die Erhaltung des vollen Husky-KTW-Standortes in Waidhofen und die hohe Besteuerung der Sozialplan-Abfertigung (die NÖN berichtete). In beiden Fällen gebe es bis jetzt keine nennenswerten Entwicklungen und Reaktionen, berichtete er.