Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 20. Februar 2019, 06:00

von Michael Schwab

Rätselraten um Pläne für Bipa. Stadtführung und Hauseigentümer erfuhren aus Amtsblatt von Behördenverfahren. Rewe hält sich noch bedeckt.

Der Innenstadt-Filiale droht nun mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schließung.  |  Michael Schwab

Die Gerüchteküche brodelt – es gibt Hinweise, dass die Bipa-Filiale in der Moritz-Schadekgasse geschlossen werden soll und dass Bipa stattdessen in die seit dem Vögele-Konkurs leer stehende ehemalige Filiale der Modekette in der Brunnerstraße übersiedeln soll.

Die ehemalige Vögele-Filiale soll zu einem Bipa-Drogeriefachmarkt umgebaut werden.  |  Schwab

Laut Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft wurde der Prokent Projektentwicklungs GmbH die gewerbebehördliche und baubehördliche Genehmigung zur „Abänderung der Betriebsanlage durch Errichtung eines Bipa Drogeriefachgechäftes im Standort 3860 Waidhofen/Thaya, Brunnerstraße 20c“ erteilt. Seitens des Rewe-Konzerns, zu dem die Drogeriemarktkette Bipa gehört, hält man sich noch bedeckt. Man wolle zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme zu den Plänen in Waidhofen abgeben, es gibt weder ein Bestätigung noch ein Dementi.

Stadtrat Thomas Lebersorger (ÖVP) liegen ebenfalls noch keine konkreten Informationen vor, mit Ausnahme der Veröffentlichung im Amtsblatt. Für die Entwicklung der Innenstadt, die seit Jahren unter dem Wegzug bzw. der Schließung von frequenzbringenden Geschäften leidet, wäre dies freilich ein spürbarer Schlag. „Jeder Betrieb, der in die Peripherie zieht, tut uns in der Innenstadt weh. Als Stadtgemeinde können wir gegen solche unternehmerischen Entscheidungen jedoch nichts tun. Uns sind da die Hände gebunden“, stellt Lebersorger klar.

„Als Stadtgemeinde können wir gegen solche unternehmerischen Entscheidungen nichts tun. Uns sind da die Hände gebunden." Stadtrat Thomas Lebersorger, ÖVP

Bestenfalls könne man als Gemeinde versuchen, deratige Entwicklungen durch Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen hintanzuhalten. „Wenn aber ein Unternehmen entscheidet, den Standort zu wechseln, weil es sich woanders mehr Frequenz erhofft, dann muss man das zur Kenntnis nehmen“, räumt der Stadtrat ein.

Kurt Wisgrill sen., der Besitzer des Hauses, in dem die Bipa-Filiale eingemietet ist, erfuhr ebenfalls aus dem Amtsblatt von den Bipa-Plänen in der Brunnerstraße. „Ich habe zwar noch keine Kündigung erhalten, rechne aber zu 99,5 Prozent damit, dass diese in der nächsten Zeit eintreffen wird“, sagt Wisgrill gegenüber der NÖN. Die Kündigungsfrist für das 480 m große Geschäftslokal beträgt laut Vertrag sechs Monate.

Bipa seit 1985 im Haus eingemietet

Das Haus beherbergt ursprünglich fünf Wohnungen, ehe es im Jahr 1975 umgebaut wurde, um Platz für ein Geschäftslokal und Lagerräume zu schaffen. Im Obergeschoss befinden sich zwei Wohnungen, die vermietet sind. Nach dem Umbau war zunächst eine Hofer-Filiale in dem Gebäude eingemietet, nach zehn Jahren kam einen gemeinsame Bipa- und Libro-Filiale. Libro zog später in die Innenstadt (und schließlich ins Einkaufzentrum Thayapark). Seitdem besteht die Bipa-Filiale allein in Wisgrills Haus.

Verlässt Bipa die Innenstadt, wäre die City-Greißlerei im Raiffeisenzentrum der letzte verbleibende große Markt im Waidhofner Stadtzentrum. Immerhin hat die Greißlerei auch Kosmetikartikel im Sortiment.

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