Rapf übernimmt Leitung von Zuversicht Waldviertel. Andrea Rapf übernimmt die Geschäftsführung der Zuversicht Waldviertel GmbH. Vorgänger Martin Hetzendorfer tritt nach 28 Jahren im Amt in die zweite Reihe.

Von Michael Schwab. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:51)
Andrea Rapf (links) übernimmt die Geschäftsführung der Zuversicht Waldviertel GmbH von Martin Hetzendorfer (rechts).
Michael Schwab

Nach 28 Jahren ist es für Martin Hetzendorfer Zeit, einen Schritt in die zweite Reihe zu machen: Mit Anfang Juli übergab er die Geschäftsführung der Zuversicht Waldviertel GmbH an seine Nachfolgerin Andrea Rapf.

Wertschätzung im Mittelpunkt

Ein Blick zurück: Im Jahr 1992 wurde der Heidenreichsteiner zum Obmann des Vereins Zuversicht gewählt, womit er auch die Leitung des Ambulatoriums Haus der Zuversicht in Waidhofen übernahm. Später kamen die Tagesstätte Zuversicht in Kleinpertholz bei Heidenreichstein und das Projekt „Mühlenhof RadVit“ in Vitis hinzu.

Dass sich das Projekt so gut entwickelt habe, erfülle ihn mit Genugtuung. „Es ist eine Tätigkeit, wo man nicht nur Wertschätzung anderen Menschen gegenüber erbringen muss, sondern auch selbst erfährt. Ich habe viele Erfahrungen abseits der Schule gemacht und fühlte mich dadurch nie in der Betriebsblindheit des Systems Schule gefangen“, sagt Hetzendorfer, der an der HAK Waidhofen als Lehrer tätig ist.

Hetzendorfer will Obmann bleiben, geht als Lehrer 2021 in Pension

Er will dem Verein weiter als Obmann – und damit einziger Gesellschafter der GmbH – erhalten bleiben. Im Herbst wird Hetzendorfer seinen 63. Geburtstag feiern und in einem Jahr als Lehrer in Pension gehen: „Mein Ziel wäre, dann noch ein- bis eineinhalb Jahre Obmann des Vereins Zuversicht zu bleiben. Ich merke, meine Kraft lässt nach, aber ich will meinen Rückzug schrittweise gestalten.“

Seine Nachfolge als Geschäftsführerin tritt die gebürtige Wienerin Andrea Rapf an. Sie war 29 Jahre lang in der Finanzdienstleistungsbranche tätig, davon 27 Jahre im Personalmanagement verschiedener Unternehmen.

Tapetenwechsel nach 29 Jahren in Finanzbranche

„Nach so vielen Jahren im Personalmanagement habe ich mich entschieden, meinen Job in Wien zu kündigen und ins Waldviertel zu ziehen. 2018 kaufte ich ein Haus in Haugschlag“, erzählt Rapf. Nachdem sie zuletzt als Bereichsleiterin Management Wirtschaft und Support im Pflege- und Betreuungszentrum Litschau tätig war, wechselte sie im Oktober 2019 in die Zuversicht Waldviertel GmbH. „Ich wollte eine schrittweise und gut vorbereitete Übergabe“, betont Hetzendorfer. Drei Monate lang arbeitete Rapf sich ein, mit Jahresanfang übernahm sie gemeinsam mit Hetzendorfer die Geschäftsführung. Seit April ist sie alleine für die operative Geschäftsführung verantwortlich.

Corona als Feuertaufe für neue Geschäftsführerin

Mit der Corona-Krise hatte sie gleich ihre erste Herausforderung zu bestehen. Im Ambulatorium herrscht nach wie vor Kurzarbeit, die Tagesstätte ist mittlerweile wieder in Vollbetrieb.

„Die Arbeit und die Menschen sind toll, hier herrscht ein Klima der Wertschätzung, das gerade im Finanzbereich immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde, durch zunehmenden Konkurrenzdruck und Einsparungsmaßnahmen. Das war einer der Gründe, weshalb ich etwas anderes machen wollte“, sagt Rapf. „Hier stehen die wirtschaftliche Verantwortung und der Mensch zugleich im Mittelpunkt“. In ihrer Freizeit spielt Rapf Golf und fotografiert gerne. Das Waldviertel hat ihre Erwartungen erfüllt: „Ich genieße jeden Tag, den ich hier sein darf“.