Stadtsaal: Erstkonzept mit individuellem Service. Stadt Waidhofen an der Thaya kooperiert mit Wirten oder Veranstalter wählen Caterer selbst.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Oktober 2020 (05:38)
Herbert Höpfl im Schanigarten des Stadtsaals, als Richard Damberger noch der Pächter war.
NÖN

Kein Pächter ist derzeit im Stadtsaal aktiv, Veranstaltungen können dennoch im Rahmen der Corona-Vorschriften ablaufen: Die Stadtgemeinde arbeitet hierfür mit Michael Schandl (Landgasthof Streicher, Vestenötting) zusammen. „Oder die Veranstalter wählen selbst den Catering-Service aus“, erklärt der zuständige Stadtrat Herbert Höpfl.

Dieses Konzept hat bis Jahresende Gültigkeit: „Es ist ähnlich wie in anderen Gemeinden, etwa Thaya oder Windigsteig.“

„Es hat keinen Sinn, einen Pächter zu engagieren, der dann keine Einnahmen hat, weil nichts los ist.“Herbert Höpfl

Die Waldviertler Sparkasse oder die W.E.B Windenergie haben für interne Versammlungen im Stadtsaal bereits ein Catering organisiert. Die NÖN-Talenteshow mit Andi Marek steht vor der Tür (17. Oktober), große Veranstaltungen fallen coronabedingt weg. „Alle geplanten Bälle und Hochzeiten wurden abgesagt“, sagt Höpfl.

Die Stadtgemeinde überlegt gerade, „ob sie einen eigenen Pächter sucht oder ob wir die Bewirtung auf verschiedene Catering-Services aufteilen“. Man wolle die Zeit bis Jahresende dafür nützen. „Beides ist möglich, aber solange die Corona-Einschränkungen vorhanden sind, werden wir voraussichtlich das individuelle Catering-Service weiterhin anbieten“, führt der Stadtrat aus. „Es hat keinen Sinn, einen Pächter zu engagieren, der dann keine Einnahmen hat, weil nichts los ist.“

„Einnahmen für Stadt derzeit sehr mäßig“

Die Gemeinde verliert wegen der wenigen Veranstaltungen Einnahmen. Höpfl erinnert daran, dass zwar die Vorarbeiten und damit die Kosten dafür wegfallen. „Aber im Prinzip sind die Einnahmen derzeit sehr mäßig, und das ist natürlich eine Beeinträchtigung für die Gemeinde.“ Man halte jetzt die Kosten, die für den Stadtsaal anfallen, so gering wie möglich. „Wobei es Fixkosten gibt, die man natürlich nicht einsparen kann.“

Dass der Stadtsaal aber zur Ruhe gekommen ist, hat für ihn einen Vorteil. „Jetzt kann man mit klaren Kopf weiterschauen, wie man im nächsten Jahr weiter vorgeht.“

Eine Idee ist, dass man den Stadtsaal von der Sporthalle „trennt“: Der frühere Pächter Richard Damberger, dessen Vertrag die Stadtgemeinde, wie berichtet, aufgelöst hat, hatte beide Lokalitäten geführt. Stadtrat Eduard Hiess bestätigt die Überlegung, möglicherweise zwei Pächter zu verpflichten, aber in der jetzigen Corona- Situation sei dies keinesfalls möglich, betont er. Wäre es in einem Jahr wie 2019 möglich gewesen? „Das kann ich nicht sagen“, man müsse sich das genau ansehen.

Höpfl meint: „Wirte sagen, dass es möglich sei, dass man vom Stadtsaal allein leben kann. Es ist eine Herausforderung, aber es ist möglich.“ Die Entscheidung darüber wird erst nach einer Überlegungsphase getroffen.