„Gault Millau“-Auszeichnungen: Drei Hauben erkocht

Mit Klaus Hölzl, Bernhard Zimmerl und Oswald Topf gibt es nun schon drei Haubenköche im Bezirk Waidhofen.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:05
Lesezeit: 3 Min

Im Bezirk Waidhofen gibt es nun schon drei Haubenköche - zwei davon alleine in der Bezirksstadt - und sie haben eine interessante persönliche Beziehung zueinander.

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Klaus Hölzl und Bernhard Zimmerl absolvierten, während sie die Polytechnische Schule besuchten, gemeinsam ein kurzes Praktikum in Oswald Topfs Landgasthof „Zum Topf“ in Kaltenbach. „Ich war der Schlimme und Klaus der Brave“, gesteht Bernhard Zimmerl und erzählt von einem Lausbubenstreich: „Ossi hat uns einen Saibling übergeben, den wir entgräten sollten. Ich habe den Fisch aus reinem Übermut an die Decke geworfen, wo er ,picken‘ blieb. In dem Augenblick kam Ossi bei der Tür herein, erkundigte sich, ob wir alles richtig machen, und wir bejahten dies selbstverständlich. Kaum hatte er die Tür wieder hinter sich geschlossen, fiel der Fisch herab.“ Erst viel später erzählten sie ihrem ehemaligen Chef von diesem Schabernack. Die beiden Buben schlossen damals eine Freundschaft, die bis heute besteht.

Klaus Hölzl: Erste Haube im Jahr 2018

Klaus Hölzl, heute 29 Jahre alt und Geschäftsführer der „Auszeit“ im Stadthotel Waidhofen, begann kurz nach diesem Praktikum seine Lehre als Gastronomiefachmann bei Oswald Topf, war bald erfolgreich bei Kochwettbewerben und wurde bei der Staatsmeisterschaft der Gastronomie zu Österreichs bestem Lehrling im Bereich Küche gekürt. 2016 eröffnete er das Wirtshaus „Auszeit“ in Gastern, schon 2018 erhielt er zum ersten Mal eine Gault-Millaut-Haube. Mit damals 26 Jahren war er einer der jüngsten Haubenköche Österreichs.

Im Frühjahr 2021 übernahm Hölzl die Gastronomie im Stadthotel Waidhofen und nannte sie ebenfalls „Auszeit“. Die Überraschung über die erneute Auszeichnung mit einer Haube im September war groß und kam für Hölzl völlig unerwartet, nur sechs Monate nach der Eröffnung der Waidhofner „Auszeit“. Umso größer ist seine Freude: „Meine Ambition ist, stets wirklich gutes, frisches und gesundes Essen zuzubereiten, und das zu erschwinglichen Preisen.“ Klaus Hölzl unterrichtet zudem an vier Tagen die Woche als Praxislehrer in der Tourismusschule HTL Retz. Im Lockdown gibt es Take-away-Gerichte zum Abholen.

Bernhard Zimmerl, Inhaber, Geschäftsführer und Küchenchef des „Foggy Mix“, ist 1991 in Waidhofen geboren und hier aufgewachsen. Seine Gastro-Lehre absolvierte er im Steigenberger Hotel in Krems, in der Sommersaison arbeitete er später im Stadtgasthaus Eisvogel in Wien, in der Wintersaison im Restaurant Hospiz Alm in St. Christoph am Arlberg. Die erste Gault-Millaut-Haube erhielt Zimmerl 2019, heuer ist es schon die dritte Auszeichnung.

Bei Oscarverleihung gekocht

Ein besonderes Ereignis in seinem jungen Leben war, als er 2020 bei der Oscarverleihung in Los Angeles mit dem berühmten Top-Gastronomen Wolfgang Puck kochen durfte. Wichtig ist ihm, weiterhin eine ambitionierte Küche zu einem moderaten Preis zu schaffen. Für die Zeit nach der Corona-Krise hat er schon Pläne, möchte mehr Veranstaltungen bieten, Strandnächte, mehrgängige Menüs etc. Im derzeitigen Lockdown gibt es kein Take-away beim Foggy Mix, sollte dieser aber länger dauern, wird es auch hier Gerichte zum Abholen geben.

Oswald Topf erhielt zum 25. Mal Haube

Der etablierte Spitzengastronom Oswald Topf kann heuer ein Jubiläum feiern: Er wurde vom „Gault-Millau Österreich 2022“ zum 25. Mal mit einer Haube ausgezeichnet. Außerdem wurde der Landgasthof „Zum Topf“ vom Restaurantführer „a la carte“ in den Kreis der 100 besten Restaurants Österreichs aufgenommen. Von „a la carte“ wird er seit 2008 auch durchgehend mit zwei Sternen bewertet, vom „Falstaff“ erhält er seit 2015 kontinuierlich zwei Gabeln. Es gibt nur drei Restaurants im Waldviertel, welchen diese dreifache Anerkennung zuteil wurde. Eine weitere Bestätigung der anspruchsvollen Küche sind die vom „Schlemmer Atlas“ seit 2016 fortlaufend zuerkannten zwei Kochlöffel.

Seine Eltern Maria und Oswald senior sowie seine Lebensgefährtin Elvira Hubinger unterstützen Oswald Topf tatkräftig. Bei ihm gibt es im Lockdown am Samstag und Sonntag Take-away-Gerichte.

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